Eine neue Kombinationstherapie aus täglichem Konsensus-Interferon und Ribavirin kann einigen Hepatitis-C-Patienten helfen, die bislang auf keine herkömmliche Therapie angesprochen haben oder deren Erkrankung aus anderen Gründen schwierig zu behandeln ist. Konsensus-Interferon ist ein biotechnologisch hergestelltes, natürlich nicht vorkommendes Typ-I-Interferon.

Dieses Ergebnis ihrer multizentrischen Studie stellen die Forscher um Dr. Bruce R. Bacon von der Saint Louis University School of Medicine in der Juniausgabe der Fachzeitschrift Hepatology vor.

Wer sich chronisch mit Hepatitis C infiziert, kann eine Entzündung der Leber entwickeln, die zu einer Fibrose und Zirrhose (Vernarbung der Leber) führt. Zudem können weitere Komplikationen wie Leberkrebs auftreten.

Die Prognose von Patienten mit chronischer Hepatitis C fällt unterschiedlich aus: Rund die Hälfte erholt sich nach einer anfänglichen Behandlung mit pegyliertem Interferon und einer antiviralen Therapie mit Ribavirin, die zwischen 6 Monaten und einem Jahr dauern kann, vollständig.

Die übrigen Patienten – die als Non-Responder bezeichnet werden – können eine Besserung zeigen, aber das Virus wird nicht eliminiert. Diese Patienten haben das höchste Risiko für eine Verschlechterung. Nachfolgende Therapien waren in dieser Gruppe nur begrenzt wirksam.

Außerdem sprechen die folgenden Patientengruppen seltener gut auf die Therapie an: jene mit Genotyp 1 (einer speziellen genetischen Variante des Virus), jene mit hohen Anfangsspiegeln des Virus, jene mit fortgeschrittener Lebererkrankung und afroamerikanische Patienten.

Die Forscher untersuchten 515 Patienten an 44 unterschiedlichen Orten. Diese Patienten erhielten entweder eine oder zwei Dosen tägliches Konsensus-Interferon und Ribavirin oder keine Therapie.

Bei Patienten mit weniger schwerem Leberschaden, die auf die ursprüngliche Behandlung etwas angesprochen hatten, lag die Erfolgsrate bei über 30 Prozent.

Die Gesamtergebnisse zeigen, dass bei Patienten, die auf die ursprüngliche Therapie nicht angesprochen hatten, Konsensus-Interferon und Ribavirin bei rund 7 Prozent der Patienten mit der niedrigeren Interferon-Dosis und rund 11 Prozent der Patienten mit der höheren Dosis wirkten.

"Diese Studie zeigt, dass ausgewählte Patienten, die nicht auf eine vorangegangene Therapie angesprochen haben, Kandidaten für eine erneute Therapie mit Konsensus-Interferon und Ribavirin sind", sagte Bacon.

Quelle: Hepatology 2009; 49 (6): 1838-46 ; Saint Louis University School of Medicine

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