Kinder mit Hämophilie sind körperlich ähnlich fit und kräftig wie gesunde Gleichaltrige. Dies gilt zumindest für die Niederlande, wie nun eine Studie belegt, die in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Haemophilia vom 29. Dezember vergangenen Jahres erschienen ist.

Hämophile Kinder haben ein erhöhtes Risiko, übergewichtig zu werden – teils weil Gelenkblutungen sportliche Aktivitäten verhindern, teils weil ihre Eltern zu Überbehütung neigen und sie von ausgelassenem Toben und Sport abhalten.

Daher untersuchten Annelies Hartman vom Institut für pädiatrische Physiotherapie am Erasmus MC Sophia Children's Hospital und ihre Kollegen die körperliche Fitness und das Körpergewicht von 158 niederländischen Jungen, die im Schnitt knapp 13 Jahre alt waren.

Weitere Untersuchungsparameter waren der Gelenkstatus, die Muskelkraft, die Lebensqualität sowie die selbstberichtete motorische Kompetenz der Studienteilnehmer. Außerdem maßen die Wissenschaftler die Dicke der Hautfalten am Bizeps, Trizeps sowie unterhalb des Schulterblatts und oberhalb des Kreuzbeins.

Dabei fanden sie bei den untersuchten Jungen ein normales maximales Aufnahmevermögen für Sauerstoff (aerobe Kapazität) und eine normale Muskelkraft. Allerdings berichteten 16 Prozent der Studienteilnehmer über Gelenkschmerzen.

Übergewicht trat bei den hämophilen Jugendlichen nur geringfügig häufiger (16 Prozent) auf als bei gesunden niederländischen Jungen (13,5 Prozent). Lagen jedoch überflüssige Pfunde vor, wirkten sie sich negativ auf die körperliche Leistungsfähigkeit – gemessen im Sechs-Minuten-Gehtest – und die Lebensqualität der Betroffenen aus.

"Auch wenn sie etwas häufiger übergewichtig sind, haben niederländische Kinder mit Hämophilie eine normale aerobe Kapazität und Muskelkraft; die Mehrzahl zeigt auch eine normale Beweglichkeit der Gelenke", schlussfolgern die Wissenschaftler aus ihren Ergebnissen.

Quelle: Haemophilia, published online 29. Dec 2008