Der Fall eines japanischen Mannes, der sich mit der menschlichen Form des Rinderwahnsinns ansteckte, könnte weitreichende Konsequenzen hinsichtlich der Sicherheitmassnahmen der US-amerikanischen Blutversorgung haben.

Der Mann, der letzten Dezember mit 50 Jahren starb, hatte sich höchstwahrscheinlich 1990 mit der tödlichen Krankheit, bekannt als variante Creutzfeldt Jakob Krankheit oder vCJD, infiziert, und zwar während eines Aufenthalts von weniger als einem Monat in England. Sein Aufenthalt fand exakt zu dem Zeitpunkt statt, als der Ausbruch des Rinderwahnsinns seinen Höhepunkt erreicht hatte. Menschen können sich mit vCJD durch das Essen der Rindfleischprodukte infizieren, die mit dem Rinderwahnsinnkrankheitserreger verunreinigt sind.

Dieser Fall könnte sich auf die Sicherheitsmassnahmen der amerikanischen Blutversorgung auswirken, weil sein Aufenthalt in England viel kürzer war, als gegenwärtige Beschränkungen für Blutspenden spezifizieren. Die FDA verbietet nämlich jedem das Blutspenden, wer sich zwischen 1980 und 1996 drei oder mehr Monate in England aufhielt.

Verbrauchergruppen erwarten, dass die FDA jetzt eine seiner Gutachterkommissionen bestellen sollte, den japanischen Fall zu analysieren und wie sich dieser auf die amerikanische Spenderpolitik auswirken könnte. Denn bis jetzt die Agentur in dieser Richtung noch nichts unternommen.

"Wir prüfen unsere Richtlinien auf einer periodischen Grundlage", erklärte die FDA-Sprecherin Lenore Gelb gegenüber United Press International. "Hinsichtlich irgendwelcher Karenztscheidungen analysieren wir, um wieviel sich die Gefahren verringern lassen und wie sich das auf das Versorgungsmaterial auswirkt." Gelb informierte, dass der japanische Fall nicht auf der Tagesordnung der nächsten Sitzungen der beiden Gutachterkommissionen steht, die sich damit eigentlich beschäftigten würden.

Mehr als 160 Leute weltweit haben sich mit vCJD infiziert, wovon die meisten Fälle in England auftreten. Gesundheitsbeamte haben lange Zeit angenommen, dass die tödliche Krankheit durch Bluttransfusionen übertragen werden könnte. Ihre Furcht ist in den letzten zwei Jahren größer worden, weil zwei Menschen, die sich mit vCJD durch Transfusionen infiziert haben, in England ermittelt wurden.

Die japanische Regierung hatte vorher Blutspenden von den Leuten verboten, die in England für einen Monat oder länger gewesen waren. Nach dem Fall aus dem Dezember kam aber zu Tage, dass die Regierung im Laufe der Zeit die Karrenz periode immer stärker verringert und Spenden von jedem verboten hatte, der zwischen 1980 und 1996 England für einen Tag oder mehr besucht hatte. Jetzt gibt es Sorgen, dass dies Engpässe in der Blutversorgung in Japan verursachen könnte

Das AABB, früher bekannt als die amerikanische Vereinigung von Blutbänken, deren Mitglieder fast das ganze Blut in den Vereinigten Staaten sammeln, gab bekannt, das es der Führung des FDA folge, und der japanische vCJD-Fall sie bis jetzt nicht veranlasst hat, zu erwägen, ihre Blutspenderichtlinien zu ändern.

Michael Hansen, Biologe und Vertreter einer Patientenorganisation, erklärt gegenüber UPI, dass die FDA ihr Blut-Spenderverbot überprüfen sollte. Er fügte jedoch hinzu dass alle neuen Beschränkungen auf Blutspenen abgewogen werden müssten gegen die Auswirkung, die sie auf Versorgungssituation haben würde.

Der japanische Fall "ist etwas, das zweifellos betrachtet werden und debattiert muss, aber wir alle müssen uns vergegenwärtigen, dass es immer nur einen Kompromiß geben wird, der aber für die Patienten bedeutsam ist", sagte Hansen. Einige Patientengruppen, wie Bluter, benötigen Blutprodukte ständig und sind möglicherweise bereit, eine kleine Infektionsgefahr mit vCJD einzugehen, anstelle gar keine Therapie zu erhalten, die für sie aber lebenswichtig ist.

Dave Cavenaugh vom Committee for Ten Thousand, einer amerikanischen Hämophilie Anwaltsgruppe, erklärte gegenüber UPI, die Diskussion über die Karrenzzeit könnte strittig sein, weil er denkt, dass vCJD das US –amerikanische Versorgungsmaterial bereits verschmutzt haben könnte.

Hansen wünschte sich eine Möglichkeit, die die Versorgung nicht einschränken würde, nämlich dass die Blutprodukte beschriftet werden sollten, die von den Spendern kommen, die für einige Zeit in England oder in anderen Ländern mit Rinderwahnsinn waren. "Einen Aufkleber zu haben, wäre tadellos; dann könnten die Leute für sich selbst entscheiden", sagte er.