MÜNSTER (BIERMANN) – Plasma- und rekombinante Produkte unterscheiden sich in punkto Wirksamkeit und Inhibitor-Entwicklung nicht, so das Fazit einer neuen deutschen Studie.

In einer retrospektiven Studie wurden 118 Patienten mit Hämophilie A von zwei Behandlungszentren (Berlin und Münster) in Bezug auf die Entwicklung von Inhibitoren und – bei den rekombinanten Produkten – die Blutungskontrolle untersucht.

Das Ergebnis: Während rund 57.000 Injektionen mit mehr als 87 Millionen IE rekombinantem Faktor VIII wurde bei Patienten, die zuvor mit Plasmaprodukten behandelt worden waren, nach der Umstellung auf das rekombinante Produkt keine Neubildung von Inhibitoren beobachtet.

Im Verlauf des Untersuchungszeitraums von 14 Jahren wurden insgesamt 75.000 Injektionen mit mehr als 111 Millionen IE Faktor VIII verabreicht. "Sowohl vor als auch nach dem Wechsel des Produkttyps konnten die Blutungsepisoden mit ein bis zwei Injektionen pro Blutung kontrolliert werden", schreiben Privatdozent Berthold Siegmund und sein Team.

Das Fazit der Wissenschaftler: Den Ergebnissen zufolge kann davon ausgegangen werden, dass Plasma- und rekombinanten Produkte gleichermaßen sicher und wirksam sind.

Quelle: Hamostaseologie 2010; 30 (41): S37-S39