Die Induktion der Immuntoleranz bei hämophilen Patienten mit Inhibitor ist mit einem plasma- und albuminfreien Faktor VIII-Präparat ähnlich erfolgreich wie mit anderen Faktor VIII-Produkten.

Das berichten Wissenschaftler um Dr. Leonard A. Valentino vom Rush University Medical Center in Chicago in der Fachzeitschrift Haemophilia. Das gelte sowohl für die Erfolgsraten als auch für das Auftreten von Nebenwirkungen.

Bekanntlich stellt die Entwicklung von Inhibitoren eine der schwierigsten Komplikationen bei Patienten mit Hämophilie A dar. "Die optimale Behandlung besteht in der Immuntoleranz-Induktion (ITI), die üblicherweise über die Verabreichung hoher Dosen von Faktor VIII erfolgt", schreiben die Autoren.

Das Ergebnis: Von zwölf Patienten, die das Faktor VIII-Präparat der dritten Generation erhielten, das ohne den Zusatz tierischen und menschlichen Proteins auskommt, wurde bei neun (75 Prozent) eine Toleranz erreicht. Darunter seien auch sieben der zehn Patienten mit hochtitrigen Inhibitoren gewesen, schildert das Team um Valentino.

"Die ITI läuft noch bei zwei Patienten, bislang ohne Erfolg", fahren die Forscher fort. Bei einem dritten sei das Ziel der Immuntoleranz nicht erreicht worden. Die mediane Zeit bis zum Therapieerfolg habe vier Monate für die Gruppe insgesamt und für Patienten mit hochtitrigen Inhibitoren betragen.

Quelle: Haemophilia 2009; 15 (3): 718-26