Körperliche Aktivität führt bei hämophilen Jugendlichen zu gesünderen Gelenken und verringert das Risiko von Blutungsepisoden. Deshalb ist es wichtig, eine Sportart zu finden, die das Verletzungsrisiko minimiert und gleichzeitig die Bedürfnisse und Wünsche des Patienten berücksichtigt. Dafür plädieren Pia Petrini vom Institut für Gerinnungsstörungen am Karolinska-Universitätsklinikum in Stockholm und Axel Seuser, Orthopäde an der Kaiser Karl Klinik in Bonn.

"Jugendliche müssen gleichzeitig körperliche, psychologische, soziale und sexuelle Veränderungen meistern, was nicht nur für sie, sondern auch für ihre Eltern und Ärzte eine Herausforderung ist", schreiben die Autoren in der Zeitschrift Haemophilia.

In dieser Zeit sinke meist auch die Akzeptanz der prophylaktischen Ersatztherapie, da sich Teenager erfahrungsgemäß eher auf kurzfristige Ziele konzentrierten als auf langfristige, so die Autoren weiter.

Hier sei die Unterstützung von Eltern, Gleichgesinnten und medizinischen Betreuern wichtig, die die Jugendlichen ermutigen und eine aktive Teilnahme an der Gesundheitsversorgung unterstützen. Auch individuelle Behandlungsstrategien, die zum Patienten und seinem Lebensstil passen, seien in der Jugend besonders wichtig und sicherten einen optimalen Behandlungserfolg, schreiben Petrini und Seuser weiter.

Auch körperliches Training führe bei hämophilen Jugendlichen zu gesünderen Gelenken und verringere das Risiko von Blutungsepisoden. Daneben trage körperliche Aktivität – wie bei allen Jugendlichen – zu besserer Koordination, Ausdauer, Flexibilität und Kraft bei. Deshalb sei es wichtig, eine Sportart zu finden, die das Verletzungsrisiko minimiert und gleichzeitig die Bedürfnisse und Wünsche des Patienten berücksichtigt.

"Kinder mit Hämophilie haben krankheitsbezogene funktionelle Defizite und zeigen oft subklinische Gelenkbefunde, deshalb könnten die orthopädische Untersuchung, ein Fitness-Check und eine Bewegungsanalyse bei einer begleitenden präventiven Physiotherapie und der Wahl der richtigen Sportart helfen", schlussfolgern die Wissenschaftler.

Quelle: Haemophilia 2008; 15 (s1): 15-9