MAINZ (MedCon) – Sonne, Strand und Meer: Ein Urlaub im Ausland verspricht Entspannung und Abstand von den Sorgen des Alltags. Doch gerade chronisch kranke Menschen sollten auch für die schönsten Wochen des Jahres für ausreichenden Versicherungsschutz sorgen. Entsprechende Tipps für die Urlaubszeit gibt die Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz in einer aktuellen Broschüre.
"Für einen optimalen Versicherungsschutz im Urlaub sind Rundum-Pakete der Reisebüros meist überflüssig. Besser ist es, die einzelnen Risiken gezielt abzusichern", raten die Verbraucherschützer. Für gesetzlich Versicherte sei bei Auslandsreisen eine Reisekrankenversicherung dringend zu empfehlen. "Zwar übernehmen die gesetzlichen Krankenkassen unter bestimmten Umständen in etlichen europäischen Ländern die Behandlungskosten zumindest in der Höhe, in der sie es auch in Deutschland tun würden, in Nicht-EU-Ländern entfällt dieser Schutz jedoch", so die Verbraucherzentrale.

Doch auch für privat Krankenversicherte könne eine Reisekrankenversicherung sinnvoll sein, weil nicht in jedem Vertrag die Kostenübernahme für einen medizinisch begründeten Rücktransport in die Heimat enthalten sei. Dies gelte generell auch für die gesetzlichen Kassen. "Hier ist aber ein Blick ins Kleingedruckte der Reiseversicherung wichtig", empfiehlt Brigitte Niklas, Versicherungsberaterin der Verbraucherzentrale Rheinland-Pfalz. "Denn die Bedingungen sind bei einigen Gesellschaften sehr kundenunfreundlich."

Unbedingt meiden sollte man Anbieter, die den Rücktransport im Krankheitsfall nur dann bezahlen, wenn er im Ausland ärztlich angeordnet wurde. Eine solche Anordnung werde man wohl nur in den seltensten Fällen erhalten, weiß die Verbraucherzentrale. Sinnvoll sei darüber hinaus bei teuren Reisen eine Reiserücktrittskostenversicherung. Sie übernimmt im eigenen Krankheitsfall oder beim Tod eines nahen Angehörigen einen großen Teil der Stornokosten, wenn die Reise nicht angetreten werden kann.

Vom Abschluss einer Reisegepäck-, Reisehaftpflicht- oder Reiseunfallversicherung rät die Verbraucherzentrale eher ab. Diese Risiken seien oft über bestehende Versicherungen wie zum Beispiel Hausrat- oder Haftpflichtversicherung abgedeckt. Die Absicherung von Unfallrisiken sollte bei Bedarf besser über eine gesonderte Versicherung erfolgen, die in allen Lebenslagen greift und nicht nur im Urlaub.