In jüngster Zeit haben sich die Belege dafür gehäuft, dass Osteoporose (Knochenschwund) eine gravierende Begleiterscheinung der Hämophilie darstellt. Doch woran liegt das eigentlich? Dieser Frage gingen Forscher um Olga Katsarou vom "Laiko" General Hospital in Athen jetzt nach.

Zu diesem Zweck untersuchten sie, in welchem Maße 90 Hämophilie-Patienten von Osteoporose betroffen waren, und erforschten mögliche Zusammenhänge mit klinischen und Labordaten.

Wie Katsarous Team in der Fachzeitschrift Annals of Hematology schreibt, hatten 80 Patienten (89 Prozent) eine schwere Hämophilie und 35 (38,9 Prozent) waren HIV-positiv. Die Forscher beurteilten den Zustand der Gelenke und maßen die Knochendichte sowie den Knochenumsatz.

"Osteopenie (Minderung der Knochendichte) oder Osteoporose wurde bei 86 Prozent der Patienten am Oberschenkelhals und bei 65 Prozent der Patienten an der Lendenwirbelsäule beobachtet", berichten die Autoren.

Osteoporose war bei HIV-positiven Patienten häufiger, sowohl am Oberschenkelhals (65,3 gegenüber 41,6 Prozent) als auch an der Lendenwirbelsäule (17,86 gegenüber 5,41 Prozent).

Die Forscher fanden heraus, dass die Schwere der Osteoporose am Oberschenkelhals mit dem Zustand der Gelenke korrelierte. Außerdem zeigten die hämophilen Patienten eine erhöhte Aktivität der Knochen abbauenden Zellen (Osteoklasten). Diese wurde nicht durch eine erhöhte Bildung von Knochen ausgeglichen.

Als die Ergebnisse für die Auswertung analysiert wurden, zeigte sich, dass eine HIV-Infektion und ein schlechter Zustand der Gelenke Risikofaktoren für eine Osteoporose darstellen.

Quelle: Ann Hematol. 2009 Jun 2. [Epub ahead of print]