Hippokrates wird heutzutage als Vater der modernen Medizin betrachtet. In mehr als 70 Büchern beschrieb er in wissenschaftlicher Form viele Krankheiten und deren Behandlung nach eingehender Untersuchung. Er lebte vor ca. zweieinhalb Tausend Jahren in Griechenland. Geboren auf der Insel Kos starb er im Alter von 104 Jahren auf Larissa. Hippokrates lehrte und schrieb im Schatten einer riesigen Platane, deren Nachfahre heute auf 500 Jahre geschätzt wird: die älteste Platane in Europa – platanus orientalis hippocraticus – mit einem Durchmesser von 15 Metern.

Hippokrates rettete Athen vor einer Epidemie und wurde dafür von den Athenern hoch geehrt. Er betrachtete Demokrit – den Vater der Atomlehre – als seinen Lehrer. Nachdem er ihn als Arzt auf seine Gesundheit hin untersucht hatte, akzeptierte für diese Visite kein Honorar. Einige seiner berühmten Aphorismen sind:

    • „Was uns am Leben erhält, kann uns auch krank machen.“

 

    • „Der Behandler hat nur eine Aufgabe, zu heilen. Und wenn ihm das gelingt, ist es gleichgültig, auf welchem Wege es ihm gelingt!“

 

  • „Die wirksamste Medizin ist die natürliche Heilkraft, die im Inneren eines jeden von uns liegt.“

Es dürfte interessant sein, dass der Hippokratische Eid nicht von Hippokrates stammt, sondern dass der berühmte griechische Arzt lediglich herhalten musste für eine Sammlung medizinischer Schriften namens Corpus Hippocraticum, zu denen auch der sogenannte Eid des Hippokrates gehörte. Der Eid wurde, angepasst an die Zeiten, verschiedentlich variiert. Sein ethisches Programm blieb erhalten: die über allem stehende Wertschätzung des menschlichen Lebens. Das Ideal des Arztes leitet sich nach wie vor daraus ab.

Schmerzlindernde Wirkung der Weidenrinde

Hippokrates kannte auch die schmerzlindernde Wirkung des Saftes aus der Weidenrinde. Wissenschaftlich zurückzuführen ist diese auf den in ihr enthaltenen Wirkstoff Salicylsäure, ein Synthesebestandteil des heutigen Aspirin® (Acetyl-Salicylsäure).

Als erster beschrieb er die Epilepsie nicht als eine „heilige Krankheit“, als was sie zu damaliger Zeit galt, sondern als Erbkrankheit. Unter dem Oberbegriff „Erbkrankheit“ werden allgemein solche Erkrankungen und Besonderheiten zusammengefasst, die entweder durch ein (oder mehrere) untypisch veränderte Gene ausgelöst werden und zu bestimmen Erkrankungsdispositionen führen. Im engeren Sinne zählt man nur jene Erkrankungen zu den Erbkrankheiten, die durch Vererbung von den Vorfahren auf ihre Nachkommen übertragen werden.

Erbkrankheit Hämophilie

Die Hämophilie ist z.B. auch eine Erbkrankheit. Das Erlernen des Umgangs mit dieser Erkrankung ist bereits im Kindesalter besonders wichtig. Deshalb hat Baxter auch eine Hämophilie-Schule ins Leben gerufen.