Wenn hämophile Jungen Blut erbrechen, sollte eine Infektion mit Helicobacter pylori in Betracht gezogen werden. Dieses "Magenbakterium" ist unter Erwachsenen recht häufig, unter Kindern jedoch normalerweise viel seltener.

Laut Wikipedia gilt als Faustregel: Die Anzahl der Lebensjahre entspricht in Industrienationen ungefähr der Häufigkeit in Prozent.

Magen-Darm-Blutungen stellen bei Hämophilie eine lebensbedrohliche Komplikation dar und können auf eine H. pylori-Infektion zurückgehen. Die Forscher um B. H. Choe von der Chungbuk National University, Cheongju, untersuchten in ihrer Studie 7 Kinder mit Hämophilie A zwischen 5 und 17 Jahren, die Blut erbrochen hatten.

Um den Ursprung der Blutung zu finden, wurde eine Magenspiegelung gemacht. Ferner machten die Wissenschaftler einen Schnelltest mit dem Enzym Urease und entnahmen eine Schleimhautbiopsie.

Vier Patienten litten seit einigen Wochen oder Monaten vor dem Bluterbrechen unter Dyspepsie und Bauchschmerzen. Drei Patienten zeigten keinerlei Anzeichen von Blutungen.

Die Magenspiegelung fand bei vier Patienten ein Zwölffingerdarmgeschwür, eine mit H- pylori verbundene chronische Magenschleimhautentzündung und eine hämorrhagische Magenschleimhautentzündung. Bei einem Patienten, der einen normalen Befund zeigte, wurde nach einer Speiseröhren- und Rachenspiegelung eine Blutung der Polypen festgestellt.

Eine H.-pylori-Infektion wurde bei vier von sechs Patienten mit Magen-Darm-Blutungen gefunden (drei mit Zwölffingerdarmgeschwür, einer mit H.-pylori-assoziierter chronischer Gastritis). Bei den Patienten mit H.-pylori-Infektion wurde der Keim mit der sogenannten Triple-Therapie ausgerottet, und es traten keine Rückfälle mit Infektionen und Magen-Darm-Blutungen auf.

Quelle: Haemophilia, published online: 5. November 2009