So mancher Patient mit schwerer Hämophilie ist im Laufe seines Lebens auf Hilfsmittel wie Gehhilfen oder Rollstuhl angewiesen und muss diese bei der gesetzlichen Krankenkasse beantragen – manchmal mit wenig Erfolg.

Allerdings ist eine negative Entscheidung des Kostenträgers nicht endgültig – gegen diesen Bescheid kann formlos Widerspruch eingelegt werden. Doch nur wenige Betroffene nutzen ihr Recht auf Widerspruch, wie die Unabhängige Patientenberatung (UPD) jüngst mitteilte.

So hätten Patienten nach Erhalt eines Ablehnungsbescheids einen Monat (ab Zustellung des Schreibens) Zeit, Widerspruch einzulegen. Fehle im Schreiben der Krankenkasse eine Rechtsbehelfsbelehrung, so verlängere sich diese Frist sogar auf ein Jahr.

Der Widerspruch selbst sollte gut begründet sein, rät die Beratungsstelle: Warum hätte eine andere Entscheidung getroffen werden müssen? Welche Beurteilungen treffen nicht zu? Welche Umstände wurden eventuell vergessen und sollten berücksichtigt werden? Gibt es Gerichtsurteile, mit denen argumentiert werden kann? Hilfreich dabei könne auch eine aktuelle Stellungnahme des behandelnden Arztes sein, so die UPD.

Wird auch der Widerspruch abgelehnt, bedeutet dies nicht automatisch, dass Patienten auf Kosten sitzen bleiben. Vielmehr können die Betroffenen innerhalb eines Monats Klage beim Sozialgericht erheben.

Weitere Informationen zum Thema bietet die kostenlose UPD-Patienteninformation "Hilfsmittel abgelehnt – was tun?", die im Internet unter www.upd-online.de abrufbar ist, oder das bundesweite Beratungstelefon, das unter der kostenfreien Rufnummer 0800 0 11 77 22 erreichbar ist.

Quelle: UPD, 14.5.2009