Bei schwerer Hämophilie zeigen schon Kinder eine mäßig reduzierte Knochendichte. Leiden die Patienten bereits unter Hämophilie-bedingten Gelenkerkrankungen, ist es um die Knochendichte meist noch schlechter bestellt.

Dabei ist die Knochendichte in jungen Jahren auch für später wichtig: Ist ihr Maximum in der späten Jugend sowie im jungen Erwachsenenalter geringer als normal, begünstigt dies die Neigung zu Osteoporose in späteren Jahren.

Zu den Faktoren für eine geringere Knochendichte zählen unter anderem zu wenig gewichtsorientierte körperliche Aktivität, geringere Körpergröße und geringeres Gewicht, Muskelatrophie und eine Ansteckung mit dem Hepatitis-C-Virus.

Um nun den Einfluss der Vitamin-D-Spiegel zu klären, maß das Team um Gowda bei 33 Patienten (1-18 Jahre alt), die regelmäßig das Hämophiliezentrum aufsuchten, die Konzentrationen von 25-Hydroxy-Vitamin D3 (25-OH D3), Kalzium, Phosphor und dem Schilddrüsenhormon Parathormon (PTH).

25-OH D3-Konzentrationen von mehr als 30 ng/ml werden als angemessen betrachtet, bei 21-29 ng/ml liegt ein relativer Mangel vor und bei unter 20 ng/ml ein absoluter Mangel.

Die Untersuchungen zeigten, dass von den 33 Patienten 21 (63,6 Prozent) einen absoluten Vitamin-D-Mangel aufwiesen. Die Konzentrationen von Kalzium, Phosphor und PTH hingen nicht mit den Vitamin-D-Spiegeln zusammen – um einen Vitamin-D-Mangel festzustellen, müssen daher direkt die Spiegel von 25-OH D3 im Serum bestimmt werden.

"Vitamin-D-Mangel tritt bei den Patienten unseres Zentrums sehr häufig auf und angesichts ihrer Neigung, eine verminderte Knochendichte zu entwickeln, ist die Nahrungsergänzung mit Vitamin D bei ihnen unerlässlich", schreiben die Wissenschaftler.

Warum diese Hämophilie-Patienten einen Vitamin-D-Mangel aufweisen, wie hoch die Nahrungsergänzung ausfallen muss und wie sie sich auf die maximale Knochendichte auswirkt, müssen weitere Studien zeigen.

Quelle: Haemophilia 2009; 15 (2): 635- 5