Während in reichen Ländern von 100.000 Männern im Schnitt 12,8 von Hämophilie A betroffen sind, liegt der Durchschnitt in den anderen Teilen der Welt bei 6,6. Allerdings gibt es erhebliche Abweichungen, selbst unter den reichen Ländern.

Das fand Jeffrey S. Stonebraker von der North Carolina State University in Raleigh zusammen mit Kollegen aus den USA, Großbritannien und Kanada heraus.

Die Wissenschaftler werteten Daten aus 106 Ländern aus, die sie jährlichen globalen Erhebungen der World Federation of Hemophilia (WFH) und der Literatur entnahmen. Dabei beobachteten sie einen starken Trend dahingehend, dass die Häufigkeit mit der Zeit zunahm: So betrug sie in Kanada 1989 noch 10,2 (pro 100.000), 2008 jedoch 14,8. In Großbritannien stieg sie von 9,3 im Jahre 1974 auf 21,6 im Jahr 2006.

Warum das so ist – ob etwa die Hämophilie heute eher erkannt wird oder hämophile Männer heute vor allem in den reichen Ländern normaler leben können und daher mehr Kinder haben -, verrät die Zusammenfassung der Studie leider nicht. Möglicherweise ist dazu nichts Näheres bekannt.

Die Daten der WFH stimmten gut mit denen aus der Literatur überein, merken die Autoren um Stonebraker an. Die beste Datenqualität hätten Patientenregister geliefert.

Die Forscher sehen ihren Beitrag als Hilfe für die Gesundheitsbehörden, um Einrichtungen für Diagnose und Therapie besser planen und angemessene Vorräte von Faktor VIII bereit stellen zu können. Ebenso könnten die Hersteller so besser planen und künftigen Engpässen vorbeugen.

Die Studie ist online am 21.Oktober in der Fachzeitschrift Haemophilia erschienen.

Quelle: Haemophilia, published online: 21 Oct 2009