BUENOS AIRES (Biermann) – Hämophile Pseudotumoren sind im Prinzip nichts anderes als Hämatome, die von einer dicken fibrösen Kapsel umgeben sind und oft Verkalkungen und Bildung von Knochengewebe aufweisen1. Leidet ein Patient mit Inhibitoren an einem solchen Pseudotumor, kann das laut den Autoren einer neuen Studie allerdings gravierende Konsequenzen haben.

Das Forscherteam um H. Caviglia von der Haemophilia Foundation, Buenos Aires, stellt seine Erfahrungen in der Behandlung von zehn Pseudotumoren bei sieben Patienten mit schwerer Hämophilie A und Inhibitoren vor, die zwischen Januar 2000 und März 2013 von demselben Team aus Ärzten verschiedener Fachrichtungen behandelt wurden.

In acht Fällen waren die Pseudotumoren verknöchert, die anderen beiden bestanden aus Weichgewebe. Alle Patienten wurden eingangs mit bildgebenden Verfahren untersucht, um Größe und Inhalt des Pseudotumors zu beurteilen.

Zunächst wurde sechs Wochen lang eine konservative Therapie ausprobiert, auf die aber nur ein Patient ansprach. Die anderen sechs Patienten wurden operiert, da ihr Tumor nicht weiter als bis zur Hälfte der Originalgröße schrumpfte.

„Jegliche Blutung im muskuloskelettalen System muss sofort behandelt werden, um Pseudotumoren vorzubeugen“, bilanzieren die Wissenschaftler um Caviglia. „Wenn Pseudotumoren bei Inhibitor-Patienten auftreten, können sie – wenn die Patienten eine geeignete hämostatische Versorgung erhalten haben – operativ entfernt werden, wodurch die Lebensqualität dieser Patienten steigt.“

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 16.02.2015; dx.doi.org/10.1111/hae.12632