Hämophile Kinder können heute dank Faktor-VIII-Ersatztherapie viel normaler leben als früher und auch an sportlichen Aktivitäten teilnehmen.

Niederländische Forscher um Dr. Raoul H.H. Engelbert vom Universitair Medisch Centrum in Utrecht haben daher nun untersucht, wie es um die Fitness hämophiler Jungs bestellt ist. In ihre Studie schlossen sie insgesamt 47 im Schnitt 13 Jahre alte Jungen ein.

Die gute Nachricht lautet: Ihre Muskelkraft ist mit der gesunder Gleichaltriger vergleichbar, und es finden sich fast keine Beeinträchtigungen der Gelenke oder der funktionellen Fähigkeiten.

Allerdings beobachteten die Forscher, dass hämophile Jungen eine geringere aerobe Kapazität zeigten – dabei geht es um die maximale Menge an Sauerstoff , die der Körper aufnehmen und zur Energiegewinnung nutzen kann.

Mit der Menge an verbrauchtem Sauerstoff steigt auch die körperliche Leistung. Dies gibt auch einen Hinweis auf die kardiovaskuläre Kapazität – ist sie gut, geht dies mit einem geringeren Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen einher, wie Bluthochdruck und koronare Herzkrankheit.

Keiner der Teilnehmer erlebte aufgrund seiner Teilnahme an der Studie Gelenk- oder Muskeleinblutungen. Auch konnten alle hämophilen Jungen bei den Sporttests auf maximalem oder fast maximalem Niveau mitmachen. Dennoch beobachteten die Wissenschaftler, dass im Vergleich zu den gesunden Jungen die maximale Sauerstoffkapazität, Herzrate und Arbeitskapazität signifikant geringer waren.

Interessanterweise waren viele der hämophilen Teilnehmer übergewichtig, obwohl sie nach eigenen Angaben ähnlich sportlich aktiv waren wie die gesunden Jungen.

Quelle: Journal of Pediatrics 2008; 152 (6): 833-38.e1

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