Die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) verlängert bei Hämophilie-Patienten mit Hepatitis C-Infektion, die zugleich mit HIV infiziert sind, die Überlebenszeit. Dies berichten US-amerikanische Wissenschaftler in der Online-Ausgabe der Zeitschrift Haemophilia vom 29. Dezember vergangenen Jahres.

Margaret V. Ragni vom Hemophilia Center of Western Pennsylvania der University of Pittsburgh und ihre Kollegen hatten 157 mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) infizierte hämophile Männer (85 HIV-positiv, 72 HIV-negativ) untersucht.

Dabei zeigte sich, dass HIV-positive Männer häufiger eine Lebererkrankung im Endstadium hatten (20,0 Prozent) als HIV-negative (11,1 Prozent). Ihre mittlere Überlebenszeit bis zu diesem Stadium war darüber hinaus signifikant kürzer.

Erhielten HIV-positive HCV-Patienten hingegen eine hochaktive antiretrovirale Therapie, war ihre Überlebenszeit mit 30,3 Jahren deutlich länger als die der unbehandelten HIV-Träger (20,0 Jahre). Ihre Überlebenszeit war damit mit der nicht HIV-infizierter Männer vergleichbar.

Das Fortschreiten der Krankheit stand nicht mit der HAART-Toxizität oder der antiviralen Therapie gegen Hepatitis C in Zusammenhang.

"Diese Daten deuten darauf hin, dass die HAART die Überlebenszeit bis zu einer Lebererkrankung im Endstadium deutlich verbessert und Werte erreicht, die denen von HIV-negativen Patienten entsprechen", resümieren die Autoren.

Quelle: Haemophilia, published online: 29. Dezember 2008