Laut einem Bericht im American Journal of Obstetrics & Gynecology sollten Ärzte bei Frauen mit starken Monatsblutungen oder hohem Blutverlust nach einer Geburt auch an Störungen der Blutgerinnung denken.

"Bei Frauen ist die Menorrhagie (d.h. unregelmäßige, starke und verlängerte Blutungen) das häufigste Symptom einer Gerinnungsstörung", erklärte Dr. Andra H. James vom Duke University Medical Center in Durham, North Carolina, gegenüber Reuters Health. "Die Behandlung der Menorrhagie und anderer unnormaler Blutungen des Sexualtrakts erfordert bei Frauen mit Gerinnungsstörungen möglicherweise eine hämostatische Therapie", betonte er.

James und weitere Mitglieder einer internationalen Expertengruppe kamen kürzlich zusammen, um auf die Bedeutung dieses Problems hinzuweisen und Richtlinien zur Diagnose und Behandlung solcher Störungen im Bereich der Gynäkologie und Geburtshilfe zu erstellen.

"Die Differenzialdiagnose sollte die von-Willebrand-Erkrankung, Thrombozytenstörungen ebenso wie seltenere Gerinnungsstörungen umfassen?, schreibt das Gremium. Die Experten raten, bei folgenden Gruppen von Frauen an eine Gerinnungsstörung zu denken:

– bei Frauen, die bereits seit ihrer ersten Menstruation an Menorrhagie leiden

– bei Frauen, in deren Familie eine Gerinnungsstörung bekannt ist

– bei Frauen, bei denen mindestens eins von zehn Symptomen vorliegt, die auf eine Gerinnungsstörung hinweisen

– sowie bei Frauen, bei denen eine herkömmliche Therapie starker Monatsblutungen nicht zum Erfolg führt.

Bei diesen Patienten sollten in Absprache mit einem Hämatologen wiederholte Bestimmungen der Thrombozytenzahl und -funktion sowie spezifischer Gerinnungsfaktoren erfolgen, um eine etwaige Gerinnungsstörung identifizieren zu können. Die wichtigste Botschaft für Frauenärzte lautet, so James, dass "Frauen, die seit ihrer ersten Menstruation an Menorrhagie leiden, auf eine Störung der Blutgerinnung hin untersucht werden sollten."

Quelle: American Journal of Obstetrics & Gynecology, Juliausgabe