Den Medizin-Nobelpreis teilen sich in diesem Jahr drei Gen-Forscher: Die US-Amerikaner Mario R. Capecchi und Oliver Smithies sowie der Brite Martin J. Evans haben eine revolutionäre genetische Technik entwickelt, mit der sie Versuchsmäuse mit menschlichen Krankheiten erzeugen können. Die drei Preisträger schalten gezielt Mäusegene aus, um Modelltiere für menschliche Leiden wie etwa Bluthochdruck oder Diabetes zu züchten.

"Wir verstehen Mechanismen hinter vielen Krankheiten viel besser. Dies ist ohne Zweifel einer der am meisten verdienten Preise", sagte die Präsidentin der Nobelversammlung, Erna Möller. Die Funktion eines Gens lässt sich am besten erkennen, wenn es "abgeschaltet" wird. Mittlerweile existieren mehr als 10.000 solcher Knock-Out-Mäusestämme. Die Entscheidung der Königlich-Schwedischen Akademie der Wissenschaften kam nicht überraschend: Alle drei Preisträger haben schon früher mehrfach Auszeichnungen erhalten.

Die höchste Auszeichnung für Mediziner ist in diesem Jahr mit umgerechnet 1,1 Millionen Euro dotiert. Den Physik-Nobelpreis hat zum zweiten Mal innerhalb von drei Jahren ein Deutscher erhalten. Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich teilt sich die höchste Auszeichnung seines Faches mit dem Franzosen Albert Fert. Traditionsgemäß erfolgt die feierliche Überreichung am 10. Dezember, dem Todestag des Preisstifters Alfred Nobel.