SALT LAKE CITY (Biermann) – Bei hämophilen Menschen führen wiederholte Einblutungen in das Sprunggelenk nicht nur zu Schmerzen und einem Verlust an Bewegungsumfang, sondern schränken auch Aktivitäten und die gesellschaftliche Teilhabe ein. Darum bieten Ärzte betroffenen Patienten oft die Versteifungsoperation des oberen Sprunggelenkes (Arthrodese) an, um die Schmerzen auszuschalten.

Doch nach der Erfahrung von Wissenschaftlern um Heidi Lane vom Primary Children’s Hospital, Salt Lake City, USA, zögern viele hämophile Patienten, sich einer Arthrodese zu unterziehen. Sie haben Angst, dadurch einen merkwürdigen Gang zu entwickeln, funktionell abzubauen und ihren Bewegungsumfang vollständig einzubüßen.

Aus diesem Grund untersuchten Lane und ihre Kollegen anhand von Daten der US-amerikanischen „Centers for Disease Control and Prevention“ (CDC), wie es vor und nach einer Arthrodese um den Bewegungsumfang, den Gebrauch von Krücken, Rollatoren oder Rollstühlen, die Aktivität sowie die Fehltage in der Schule und am Arbeitsplatz bestellt ist.

Insgesamt 68 hämophile Männer erfüllten die Einschlusskriterien. Sie waren im Durchschnitt 36,9 Jahre alt, 72 Prozent litten unter schwerer Hämophilie, 20,6 Prozent unter mittelschwerer und 10,3 Prozent wiesen während des untersuchten Zeitraums einmal Inhibitoren auf.

Die Auswertung zeigte, dass der Verlust an Bewegungsumfang bei 17,02° lag. Bei 61,8 Prozent veränderte sich der Gebrauch von Hilfsmitteln zur Fortbewegung nicht. Bei 85,3 Prozent änderte sich nichts in punkto Rollstuhl-Nutzung.

Bezüglich ihrer körperlichen Aktivitäten berichteten 11,8 Prozent über eine Verbesserung, 8,8 Prozent über eine Verschlechterung und 79,4 Prozent gaben an, es habe sich nichts verändert. Die Fehlzeiten in der Schule beziehungsweise am Arbeitsplatz seien vor und nach der Gelenkversteifung ähnlich gewesen, ergänzen die Forscher.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 16. März 2014; dx.doi.org/10.1111/hae.12398; [Epub ahead of print]