TOKIO (Biermann) – Physiotherapie ist laut einer neuen Studie aus Japan notwendig, um die Gelenkfunktion bei Menschen mit Hämophilie und leichter oder keiner Arthropathie zu verbessern. Bei Patienten mit schwerer Arthropathie seien eine Schmerzkontrolle und eine prophylaktische hämatologische Behandlung notwendig, da Gelenkblutungen und Schmerz die Gelenkfunktion signifikant reduzierten, ergänzen die Autoren.

Das Ziel ihrer aktuellen Studie hatte darin bestanden, Zusammenhänge zwischen dem Schweregrad der Arthropathie und dem angulären (=winkelförmigen) Bewegungsausmaß (Range of Motion, ROM) sowie der Muskelkraft zu klären.

Die Wissenschaftler um Miwa Goto vom Universitätsklinikum Tokio untersuchten die Knie-, Sprung- und Ellbogengelenke von 31 hämophilen Patienten. Zudem wurden alle Patienten zu Gelenkblutungen im vergangenen Jahr und Schmerzen befragt.

Wie die Ergebnisse zeigen, nahm mit zunehmendem Schweregrad der Arthropathie die Kraft des Kniebeugers, des Kniestreckers, die Greifkraft und das anguläre Bewegungsausmaß (Ellbogenbeugung, Ellbogenstreckung, Kniebeugung, Kniestreckung und Streckung des Sprunggelenks) signifikant ab. Selbst Patienten mit leichten Arthropathien zeigten eine Schwäche des Kniestreckers und eine Einschränkung der Streckung.

Außerdem stellten die Wissenschaftler fest, dass die Gelenkfunktion bei schwerer Arthropathie des Sprunggelenks signifikant mit Gelenkblutungen in der Vorgeschichte und Schmerzen zusammenhing.

Quelle: J Jpn Phys Ther Assoc. 2015;18(1):15-22. doi: http://doi.org/10.1298/jjpta.Vol18_003