Hämophile Senioren haben zwar mehr zusätzliche Erkrankungen und Probleme im täglichen Leben als ihre nicht-hämophilen Altersgenossen, sind aber geistig genauso fit. Das ergab eine Studie von S.M. Siboni vom Angelo Bianchi Bonomi Hemophlia and Thrombosis Center der Universität Mailand und Kollegen.

Bei der Untersuchung dieser wachsenden Population, der bislang wenig Beachtung geschenkt wurde, fanden die Wissenschaftler zudem heraus, dass die hämophilen Senioren häufiger unter chronischen Hepatitis B- und C- sowie HIV-Infektionen und Bluthochdruck litten, aber seltener unter Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

Die meisten von ihnen litten unter Gelenkerkrankungen und hatten schlechtere Werte für die körperliche Funktionsfähigkeit. Zudem klagten sie über mehr Depressionen und eine schlechtere gesundheitsbezogene Lebensqualität.

Die nicht-hämophilen Männer hingegen hatten, neben mehr Herz-Kreislauf-Erkrankungen, häufiger auch zu hohe Cholesterinwerte.

Wie die Ergebnisse, die am 13. Februar im Journal of Thrombosis and Haemostasis erschienen sind, ferner zeigten, hatten alle hämophilen Patienten mit einer Behandlung nach Bedarf erst im Alter von 25 bis 30 Jahren begonnen.

Insgesamt verglichen Siboni et al. 39 hämophile Männer (davon 33 mit Hämophilie A) zwischen 65 und 78 Jahren mit 43 nicht-hämophilen Altersgenossen.

Hintergrund der Studie war, dass heute dank der guten Therapiemöglichkeiten immer mehr hämophile Männer ein hohes Alter erreichen. Zugleich ist über Gesundheitszustand und Lebensqualität dieser Bevölkerungsgruppe, die geboren wurde, als eine Ersatztherapie so gut wie nicht verfügbar war, nichts bekannt.

Quelle: J Thromb Haemost. 2009 Feb 13. [Epub ahead of print]