Der Gebrauch von Faktor-VIII-Präparaten wird weltweit wahrscheinlich zunehmen. Zu diesem Schluss kommt eine internationale Forschergruppe um Jeffrey S. Stonebraker von der North Carolina State University in Raleigh.

Das Team untersuchte Daten zum Faktor-VIII-Gebrauch in 104 Ländern, um zu sehen, wo der Trend hin geht. Diese Daten stammten vom Marketing Research Bureau, Inc., und der World Federation of Hemophilia.

"Die Ergebnisse zeigen, dass der Gebrauch von Faktor VIII unter den Ländern beträchtlich variiert – selbst unter den reichsten Ländern", schildern die Forscher.

In reichen Ländern hat die Ersatztherapie Morbidität und Sterblichkeit von Menschen mit Hämophilie A bereits dramatisch verbessert. Die Sicherheit der Präparate ist – vor allem auch durch die biotechnologische Herstellung von Faktor VIII – heutzutage sehr gut. Werden die Kosten für die Therapie von einer Krankenkasse übernommen – wie das in Deutschland ja der Fall ist, stehen die Zeichen für eine optimale Therapie gut.

Anders in den Entwicklungsländern: Die Hämophilie ist als Krankheit zunächst wenig sichtbar und die Therapie nicht billig. Das führt dazu, dass auch heute noch hämophile Menschen in diesen Ländern unzureichend behandelt werden. Die Folgen: schlimme Schmerzen, Arthropathie, Behinderungen und sogar Tod im Kindes- oder frühen Erwachsenenalter.

Doch die gute Nachricht aus dieser Studie lautet, dass der Gebrauch von Faktor-VIII-Präparaten mit der wirtschaftlichen Kapazität zunimmt. In Ländern mit hohem Einkommen sei der Verbrauch von Faktor VIII zudem mit einer höheren Rate gestiegen.

Angesichts dieser Trends wird es vermutlich einen globalen Anstieg beim Verbrauch von Faktor-VIII-Präparaten geben. "Eine solche Information ist für die nationalen Gesundheitsbehörden wichtig, um realistische Prioritäten beim Budget festzulegen, wenn sie eine erhöhte Bereitstellung von Mitteln planen, die erforderlich ist, um die Behandlung von Patienten mit Hämophilie A zu verbessern", schreiben Stonebraker und sein Team. Auch für Pharmafirmen sei diese Information wichtig, um eine erhöhte Produktion von Faktor-VIII-Präparaten angemessen planen zu können.

Die Studie ist online am 21.Oktober in der Fachzeitschrift Haemophilia erschienen.

Quelle: Haemophilia, published online: 21 Oct 2009