Wie stark nehmen hämophile Kinder an sportlichen Aktivitäten teil, welche Risiken gehen sie ein und wovon hängt ihr Verhalten ab? Das wollten J. Köiter und Kollegen vom Radboud University Nijmegen Medical Centre in Nijmegen wissen. Zu diesem Zweck ließen sie 99 Kinder (Durchschnittsalter 12,6 Jahre) Fragebögen ausfüllen.

Abgefragt wurden Teilnahme an Sport und Sportunterricht, Medikation, gesundheitsbezogene Lebensqualität und die eigene Einschätzung ihrer motorischen Kompetenz. Ferner beurteilten die Forscher das Gewicht der Kinder, Größe, ihren aktiven Bewegungsumfang, Schmerz und Muskelkraft.

Je nachdem, welchen Risiken die Jungen beim Sport ausgesetzt waren (Risiko-Expositionsfaktor, REF), definierten die Wissenschaftler Untergruppen mit niedrigem, mittlerem und hohem Risiko.

"Die meisten Kinder nehmen fünfmal pro Woche an sportlichen Aktivitäten teil (im Schnitt 140 min pro Woche), und es wurden wenig Fehlzeiten beim Sportunterricht angegeben", schildern die Wissenschaftler ein erfreuliches Ergebnis ihrer Studie.

Ferner zeigte die Untersuchung, dass die Prophylaxe nicht auf die sportlichen Aktivitäten zugeschnitten war.

Unterschiede zwischen hämophilen und nicht hämophilen Jungen fanden sich bei den sportlichen Präferenzen: Bei den hämophilen Jungen bestanden die Top Five aus Fußball, Schwimmen, Tennis, Turnen und Kardio-Fitness, während es bei den nicht-hämophilen Jungen Fußball, Turnen, Tennis, Hockey und Schwimmen waren.

Bedeutsame Unterschiede zwischen der Gruppe mit geringem Risiko und den beiden anderen Gruppen fanden sich bei der Sportintensität, dem Gesamt-Energieverbrauch und dem durchschnittlichen Risikofaktor. Bei den Gruppen mit mittlerem und hohem Risiko unterschied sich letzterer jedoch nicht.

Der REF und die Teilnahme an sportlichen Aktivitäten nahmen zu, wenn die Kinder sich zunehmend für athletische und motorische Aktivitäten interessierten.

Im Hinblick auf Alter, BMI, aktiven Bewegungsumfang, Muskelkraft und schmerzende Gelenke fanden sich zwischen den Gruppen mit unterschiedlichem Risiko keine bedeutsamen Unterschiede.

Wie bei ihren normalen Altersgenossen die Motivation für die Teilnahme am Sport vom Enthusiasmus und Interesse abhängt, unterscheidet sich auch bei Kindern mit Hämophilie die Wahl der Sportart – was vermutlich mit Empfehlungen für bestimmte Sportarten zusammenhängt, schildert das Forscherteam abschließend.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 11. März 2009