Sind bei hämophilen Männern die Gelenke geschädigt, erfordert selbst das einfache Stehen mehr Muskelaktivität als bei Gesunden. Das belegt eine Studie von Forschern aus Jena und Wuppertal, die sie im Februar in Wien beim Jahreskongress der Gesellschaft für Thrombose- und Hämostase-Forschung (GTH) vorstellten.

Frühere Studien der Kniemuskel-Aktivität hämophiler Patienten im aufrechten Stand zeigten erhöhte Amplituden der Streckmuskeln und gestörte Koordinationsmuster. Daher bestand das Ziel der aktuellen Untersuchung darin, die Ko-Aktivierung der Knie-Beuger und -Strecker in dieser Situation zu untersuchen

An der Studie nahmen 27 hämophile Patienten teil, als Kontrollgruppe dienten 26 gesunde Kontrollpersonen. Die Wissenschaftler um E. Kurz von der Universität Wuppertal verwendeten für ihre Untersuchungen Oberflächen-Elektromyogramme, um die Muskelaktivität aufzuzeichnen.

Die Auswertung der Messungen ergab, dass die Beine hämophiler Patienten, deren Gelenke stärker beeinträchtigt sind, den Stabilitätsanforderungen im Stehen über höhere Level der Ko-Aktivierung nachkommen. Das bedeutet höhere metabolische Kosten und somit eine geringere metabolische Effizienz.

Daher ist nach Ansicht der Autoren eine frühe Behandlung mit Sporttherapie nötig. Diese Studie wurde von Baxter-Deutschland unterstützt.

Quelle: GTH-Jahrestagung 2009, Abstractband S. 38, PP3.1-1