TAMPA (BIERMANN) – Menschen mit schwerem Faktor VIII-Mangel erleben bekanntlich immer wiederkehrende Blutungen und entwickeln fortschreitende Gelenkschäden. Große rückblickende Studien mit Patientengruppen, die über Jahrzehnte beobachtet wurden, zeigen, dass die in jungen Jahren begonnene Faktor VIII-Prophylaxe – vor dem Einsetzen wiederholter Blutungen – das Auftreten hämophiler Arthropathie reduziert.

In einer Übersichtsarbeit beleuchtet H. C. Rossbach vom St. Joseph Children's Hospital, Tampa, was heute über dieses Thema bekannt ist.

Demnach bestätigen gleich zwei aktuelle, in vorausblickende Studien, die in Europa (die ESPRIT-Studie) und den USA (die Joint Outcome Study) an mehreren Zentren durchgeführt wurden, die Wirksamkeit der Prophylaxe, um Gelenkschäden – Hämarthrosen und Arthropathie – vorzubeugen.

"Die regelmäßige, in der frühen Kindheit begonnene Prophylaxe verbessert die Lebensqualität von Patienten mit schwerer Hämophilie und reduziert das Risiko für die Entwicklung von Hemmkörpern", betont der Autor.

Die erheblichen Kosten solch einer präventiven Therapie würden möglicherweise von den reduzierten Ausgaben aufgewogen, die die Versorgung der degenerativen Gelenkerkrankung bei erwachsenen Patienten ansonsten erfordern würde, führt er außerdem aus.

Quelle: Vasc Health Risk Manag. 2010 Mar 3;6:59-68.