Die sogenannte Ethanol-Lock-Therapie (ELT) kann gegen Port-bedingte Infektionen bei hämophilen Kindern helfen. Ihren Erfolg bei drei Patienten stellten Dr. Madhvi Rajpurkar vom Children's Hospital of Michigan, Detroit, und Kollegen am 29. Juli 2009 in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift Haemophilia vor.

Zentralvenöse Ports werden bei Hämophilie-Patienten zunehmend eingesetzt, um auch bei schlechten Venenverhältnissen eine optimale Anwendung der Faktor-VIII-Präparate gewährleisten zu können. "Der Nutzen von Ports ist besonders bei jungen Patienten gut anerkannt, die mit der Faktor-Prophylaxe beginnen, sowie bei Patienten, die sich einer Immuntoleranzinduktion (ITI) unterziehen", schildern die Forscher den Hintergrund ihrer Studie.

Doch bei Ports kann eine mit dem Katheter assoziierte Infektion auftreten – der häufigste Grund für die Entfernung von Ports. Eine solche Infektion macht die Betroffenen krank und erhöht das Sterblichkeitsrisiko. Zudem trägt sie dazu bei, dass Therapien zur Induktion der Immuntoleranz – also zur Beseitigung von Hemmkörpern – fehlschlagen.

Daher unternahm das Team um Rajpurkar einen Versuch mit der ELT: Diese wird bislang bereits eingesetzt, um bei Patienten mit Dauerkathetern zur Ernährung und für eine Chemotherapie katheterassoziierte Infektionen zu bekämpfen. Bei der ELT wird eine Ethanol-Lösung in den Katheter injiziert und dort mehrere Stunden belassen.

Die drei Patienten, die Rajpurkars Gruppe behandelt hat, unterzogen sich einer ITI und entwickelten dabei katheterassoziierte Infektionen, die auf die übliche Behandlung mit Antibiotika nicht ansprachen. Die ELT ließ die Infektion bei allen dreien zurückgehen – und das ohne Nebenwirkungen.

Nach dem Wissen der Autoren ist dies die erste Studie zur ELT bei Hämophilie-Patienten. Ihre Rolle in der Behandlung katheterassoziierter Infektionen bei Patienten mit Blutungsstörungen müsse in größeren Studien untersucht werden, meinen die Wissenschaftler.

Quelle: Haemophilia, Early View, published online: 29. Juli 2009