GENF (BIERMANN) – Ein europäisches Forscherteam gibt Empfehlungen für ein standardisiertes Monitoring von Hämophilie-Patienten. Dafür wurde ein Gremium eingerichtet, das so genannte "European Haemophilia Therapy Standardisation Board" (EHTSB).

Dieses Gremium hat elf Bereiche in der Hämophilie-Therapie festgelegt, in denen eine europaweite Standardisierung der Therapie sinnvoll wäre. Zu diesen Bereichen zählen: die grundlegende Aufklärung, das Monitoring des Gesundheitsstatus, die Behandlungsstrategie, der Inhibitor-Status, das Monitoring von Blutungsereignissen, der Zustand der Gelenke und Gelenkschmerzen, Begleiterkrankungen, die zahnmedizinische Versorgung, sportliche Aktivitäten, soziales Engagement und die Lebensqualität.

Der nächste Schritt des EHTSB besteht darin, zu jedem dieser elf Bereiche eine detaillierte Ausarbeitung der wichtigsten Parameter für die richtige Umsetzung des Monitorings auszuarbeiten.

Wenn diese Empfehlungen übernommen werden, wäre dies für die Hämophilie-Patienten in Deutschland und in Europa von großem Nutzen. Sie würden in Zukunft auf internationaler Ebene eine solide Grundversorgung garantieren.

Eine standardisierte Behandlung der Patienten könnte dazu beitragen, die Behandlung der Hämophilie immer weiter zu optimieren, denn sie erleichtert das Sammeln und die Auswertung der Daten für die Beurteilung der Hämophilie-Therapie.

Auch vor dem Hintergrund, dass Hämophilie-Patienten immer älter werden, dadurch aber auch häufiger Begleiterkrankungen auftreten, macht eine standardisierte Behandlung Sinn.

Quelle: Haemophilia, Oktober 2011. doi: 10.1111/j.1365-2516.2011.02671.x