UTRECHT (Biermann) – Selbst nach einer bereits lange bestehenden Hepatitis-C-Infektion kann eine erfolgreiche antivirale Therapie zu einer merklichen Verbesserung einer Leberfibrose führen, vor allem in den ersten Jahren nach Abschluss der Therapie. Dies zeigt eine neue Studie von Forschern um D.E. Fransen van der Putte vom Universitair Medisch Centrum Utrecht, die online vorab in der Fachzeitschrift "Haemophilia" erschienen ist.

Bekanntlich leiden viele Patienten mit erblichen Blutungsstörungen unter einer Hepatitis-C-Infektion. Wird diese erfolgreich mit antiviralen Medikamenten behandelt, führt dies zu einem Rückgang von Leberfibrose. Das konnte anhand von Leberbiopsien belegt werden.

Die Messung der Lebersteifigkeit (LSM) stellt eine nichtinvasive Methode dar, um die Leberfibrose zu beurteilen. Das Ziel dieser Studie bestand darin, die langfristige Wirkung einer erfolgreichen antiviralen Therapie bei HCV-infizierten Patienten mit erblichen Blutungsstörungen anhand von LSM zu evaluieren.

Zu diesem Zweck wurden solche Messungen bei 39 Patienten, deren HCV-Infektion erfolgreich behandelt wurde, in 2005 (LSM 1) und 2009 (LSM 2) vorgenommen. Die Wissenschaftler beurteilten die Veränderung der Leberfibrose zwischen LSM 1 und LSM 2.

Die HCV-Infektion bestand bei den Studienteilnehmern im Schnitt 28,8 Jahre lang. Insgesamt 22 Patienten (56%) hatten sich vor der LSM 1 einer erfolgreichen antiviralen Therapie unterzogen, 17 Patienten zwischen der LSM 1 und der LSM 2 (Gruppe 2). Seit der Therapie waren in Gruppe 1 im Schnitt 8,8 Jahre vergangen, in Gruppe 2 hingegen 2,5 Jahre.

In Gruppe 1 waren die durchschnittlichen Ergebnisse von LSM 1 und 2 ähnlich (6,0 vs. 5,6 kPa), was zeigte, dass die Patienten insgesamt stabil blieben. Bei drei Patienten in dieser Gruppe, die vor mehr als 15 Jahren behandelt worden waren, wurde eine Zunahme der Lebersteifigkeit gezeigt.

In Gruppe 2 zeigte sich eine merkliche Verbesserung bei den mittleren LSM-Ergebnissen (10,3 vs. 6,1 kPa). Die Lebersteifigkeit nahm bei 82 Prozent der Studienteilnehmer ab.

Diese Studie zeigt, dass eine HCV-Therapie auch bei einer bereits lange bestehenden HCV-Infektion auf jeden Fall lohnt.

Quelle: Haemophilia, first published online: 21 NOV 2011, DOI: 10.1111/j.1365-2516.2011.02697.x