Wenn Mediziner heute den Zustand hämophiler Gelenke beurteilen, bedienen sie sich häufig des Pettersson-Scores als Bewertungssystem. Einer neuen niederländischen Studie zufolge könnte diese Bewertung jedoch künftig detaillierter ausfallen, da der Einsatz digitaler Röntgenbilder zunimmt.

Das Forscherteam um Dr. Nathalie W. D. Jansen vom Universitair Medisch Centrum in Utrecht testete in seiner Studie, ob sich eine bestimmte Analyse-Methode namens KIDA (Knee Image Digital Analysis), die für Arthrose im Knie entwickelt wurde, auch für Gelenkschäden bei hämophilen Patienten eignet.

Zu diesem Zweck beurteilten zwei unabhängige Beobachter 62 Röntgenbilder von Knien jeweils mit dem Pettersson-Score und mit KIDA. Die Auswertung ergab, dass sich die hämophile Arthropathie (= Gelenkschäden) mit KIDA objektiv und bei kleineren Veränderungen genauer beurteilen lässt als mit der Punktbewertung nach Pettersson.

Dr. Jansen und ihr Team meinen, dass es sich lohnen würde, KIDA auf die speziellen Eigenheiten der hämophilen Arthropathie abzustimmen und die Methode zudem bei Röntgenbildern von Ellbogen und Knöcheln anzuwenden. Ihr Artikel hierzu ist in der aktuellen Ausgabe der Fachzeitschrift Haemophilia erschienen.

Quelle: Haemophilia 2008; 14 (5): 999-1006

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