Werden Sie als Hämophilie-Patient gegen Hepatitis C behandelt, sollten Sie sich nicht von einer Depression unterkriegen lassen und sich gegebenenfalls Hilfe bei einem Arzt oder Therapeuten suchen. Zum Glück handelt es sich meist nur um ein vorübergehendes Problem.

Denn die Behandlung einer Infektion mit dem Hepatitis-C-Virus (HCV) über 24 oder 48 besteht aus den Substanzen Ribavirin und pegyliertem Interferon (IFN)-alpha – und eine wichtige Nebenwirkung von IFN-alpha sind Depressionen.

D. Fransen van der Putte und Kollegen von der Van Creveldkliniek in Utrecht untersuchten das Auftreten von Depression bei 47 Patienten mit angeborenen Blutungsstörungen, die gegen die HCV-Infektion behandelt wurden.

Zu Therapiebeginn litten fünf Patienten (elf Prozent) unter einer leichten Depression. Bei drei dieser Patienten habe sich die Depression während der Behandlung verschlimmert, schreiben die Wissenschaftler. Bei allen fünf Patienten habe vier Wochen nach der Therapie immer noch eine (leichte) Depression bestanden.

"Von den übrigen 42 Patienten entwickelten 23 eine Depression während der Behandlung (14 eine leichte, 8 eine mäßige und einer eine schwere), davon die meisten (78 Prozent) in den ersten zwölf Wochen", schreiben die Forscher. Vier Wochen nach Ende der Therapie litten noch drei der 23 Patienten unter einer leichten Depression.

Besonders gefährdet waren die Patienten, die schon früher einmal unter einer Depression oder einer anderen seelischen Störung gelitten hatten. Vor allem diese Patienten, aber auch alle anderen, sollten während der antiviralen Therapie sorgfältig auf Depressionen beobachtet werden, damit sie erkannt und behandelt werden können, empfehlen die Wissenschaftler den behandelnden Ärzten.

Quelle: Haemophilia. 2009 Jan 16. [Epub ahead of print]