BONN (BIERMANN) – Ob Entfernung von Blinddarm, Gallenblase oder Hämorrhoiden -Menschen mit Hämophilie können heute oft genauso erfolgreich operiert werden wie ihre gesunden Mitbürger. Das belegen Erfahrungen am Hämophilie-Zentrum in Bonn, die Dr. Georg Goldmann und seine Kollegen in einer aktuellen Studie beschreiben.

Die Mediziner sahen sich den Operationsverlauf und die Ergebnisse von 55 hämophilen Patienten an, die sich einer der oben genannten Operationen oder einer Leistenbruch-Operation unterzogen.

Dazu betrachteten sie zum Beispiel den Einsatz von Faktor VIII oder IX, die Länge des Krankenhausaufenthaltes oder wie lange eine Drainage liegen blieb. Zum Vergleich wurden diesen Patienten andere ohne Hämophilie zugeordnet, die sich denselben Operationen unterziehen mussten.

Die Auswertung zeigte: Die Drainagen blieben bei den hämophilen Patienten genauso lange liegen wie bei den Kontrollpatienten. Auch die Operationszeit unterschied sich nicht. Außer bei der Entfernung der Gallenblase mussten die hämophilen Patienten nach einer der drei anderen Operationen allerdings etwas länger im Krankenhaus bleiben. Bei den Komplikationen, die sowieso nur in geringem Maße auftraten, unterschieden sich die beiden Gruppen ebenfalls nicht.

Dass hämophile Menschen heute – bei einem etwas längeren Klinikaufenthalt – ebenso komplikationslos operiert werden können wie Menschen ohne Bluterkrankheit, schreiben die Wissenschaftler dem ausgezeichneten interdisziplinären Management rund um die Operation zu, das sie Patienten in Bonn heute bieten können.

Quelle: Am J Surg 2010; 199 (5): 702-7