Bei hämophilen Kindern, die Blutungen im Schädelinneren – sogenannte intrakranielle Blutungen – erlitten haben, sollte beobachtet werden, ob sich Probleme bei der motorischen Funktion, der visuell-motorischen Integration und dem Verhalten ergeben, so das Fazit einer britischen Studie.

Unter visuell-motorischer Integration ist grob vereinfacht das Zusammenspiel von Auge und Bewegung zu verstehen, das nicht nur für die sichere Bewegung durch den Raum, sondern auch für das Schreiben und Zeichnen wichtig ist.

Um solche Beeinträchtigungen zu erkennen und umgehend entsprechende Maßnahmen einzuleiten, ist nach Ansicht der Autoren eine festgesetzte Batterie von Beurteilungen in Zusammenarbeit mit Schulen, Ärzten und Krankenschwestern notwendig.

Für seine Studie überprüfte das Team um Melanie Bladen vom Hämophilie-Zentrum am Great Ormond Street Hospital for Sick Children NHS Trust eine Hämophilie-Datenbank, um zum einen hämophile Jungen zu finden, die intrakranielle Blutungen erlitten hatten, und zum anderen eine Kontrollgruppe aus Gleichaltrigen ohne derartige Blutungen.

Die zwischen Januar 1994 und Dezember 2002 geborenen Jungen (sechs mit Hämophile und intrakraniellen Blutungen, elf Jungen zur Kontrolle) wurden einer Reihe von Tests unterzogen und füllten Fragebögen aus. Zum Zeitpunkt der Studie waren die Jungen im Schnitt sieben Jahre alt, bei einer Spanne zwischen vier und zwölf Jahren.

Die Testergebnisse, die am 13. August online in der Fachzeitschrift Haemophilia erschienen sind, zeigten, dass Jungen mit intrakraniellen Blutungen deutlich eher Probleme mit der motorischen Funktion und der visuell-motorischen Integration aufwiesen.

Zudem zeigten diese Jungen tendenziell mehr Probleme mit ihrer Beanspruchbarkeit und mehr Schwierigkeiten als die Gruppe Gleichaltriger, wie die Wissenschaftler beobachteten. Fünf der sechs Jungen mit intrakranieller Blutung waren an normalen Schulen, wobei vier allerdings Nachhilfe brauchten.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 13. August 2008

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