Bei der Einschätzung der Halbwertszeit von Faktor VIII muss die Blutgruppe der Patienten berücksichtigt werden. Dies geht aus einer Studie niederländischer Wissenschaftler hervor, die in der Zeitschrift PLoS One erschienen ist. Danach haben Patienten mit Blutgruppe 0 deutlich geringere Halbwertszeiten als Patienten anderer Blutgruppen.

"Der Von-Willebrand-Faktor (VWF) ist für das Überleben von Faktor VIII in vivo (= im lebenden Organismus) entscheidend. Da die Faktor VIII-Halbwertszeit mit den VWF-Antigenspiegeln vor der Faktor-Gabe korreliert, stellten wir die Hypothese auf, dass die VWF-Spiegel dabei helfen können, die Faktor VIII-Halbwertszeit vorherzusagen", erklären die Forscher um Kathelijn Fischer von der Van Creveldkliniek, in Utrecht den Ansatz ihrer Studie.

Dafür hatten sie bei 38 Patienten mit schwerer Hämophilie A die Halbwertszeit von Faktor VIII, die VWF-Spiegel vor der Infusion und die VWF-Propeptid-Werte bestimmt. Die Hälfte der Probanden hatten Blutgruppe 0.

Dabei zeigte sich, dass Patienten mit Blutgruppe 0 deutlich kürzere Faktor VIII-Halbwertszeiten hatten als Patienten anderer Blutgruppen (11,5 ± 2,6 h versus 14,3 ± 3,0 h). Außerdem korrelierten die VWF-Antigenspiegel bei Patienten mit Blutgruppe 0 deutlich schlechter mit den Faktor VIII-Halbwertszeiten als bei Patienten mit anderen Blutgruppen.

Daraus leiteten die Forscher schließlich für die verschiedenen Blutgruppen (0 und Nicht-0) unterschiedliche Vorhersagemodelle ab, aus denen sich die tatsächlichen Faktor VIII-Halbwertszeiten bei 82 Prozent der Patienten mit einer Abweichung von weniger als 20 Prozent ableiten ließen.

Quelle: PLoS One 2009; 4(8):e6745; online erschienen am 25. August 2009