Erst in ihren 20ern wurde Elizabeth Chowns Hämophilie erkannt, nachdem sie bereits mehrfach extrem gefährliche Blutungen hinter sich hatte.

Königin Victoria war die berühmteste Trägerin der Blutungsstörung Haemophilie. Obwohl der genetische Fehler über die weibliche Linie übertragen werden kann, leiden Frauen nur sehr selten unter ihr. Elizabeth Chown ist somit eine Ausnahme. Sie hat seit ihrer Kindheit Hämophilie und nie gedacht, dass sie so lange leben würde, dass sie ihren 65. Geburtstag feiern würde. Die mehrfache Großmutter, die zusätzlich auch an der Immunkrankheit Lupus Erythematodes leidet, ist schon öfters dem Tode nah gewesen.

Sie hat zwischenzeitlich große Mengen Blut empfangen und die Zahl der Operationen, die sie durchgemacht hat, längst vergessen. Eine dreifache Herz-Bypass-Operation scheiterte, als ihre Arterien blockierten. Und im Januar diesen Jahres erklärte ihr ein Chirurg, dass es keine andere Behandlung mehr gäbe, die er ihr anbieten könnte.

"Der Arzt sagte mir, es gäbe nichts mehr, was er tun könnte, ich solle nach Hause gehen und so lang leben, wie ich könnte. Und das ist es, was ich aktuell tue." lacht Elizabeth.

Blutern fehlt der Gerinnungsfaktor VIII des Blutes. Frauen können Träger des defekten Gens sein, aber es ist extrem selten, dass eine Frau die Krankheit auch austrägt. Die Ursache ist ein Defekt im X-Chromosom. Da Frauen zwei X-Chromosome haben, kann der Defekt meist durch das zweite, normale X-Chromosom ausgeglichen werden. Männer haben nur ein X-Chromosom und besitzen daher bei einem Defekt keine Ausgleichsmöglichkeit.

Deswegen wurde auch Elizabeths Hämophilie nicht erkannt, bis sie in ihren späten 20ern war und bereits einige gefährliche Blutung hinter sich hatte. Doch im Laufe der Zeit lernte sie mit ihrer Krankheit erfolgreich zu leben.

"Als die Hämophilie schließlich diagnostiziert wurde, bekam ich zahlreiche Faktor VIII-Infusionen. Das war natürlich ganz besonders lebenswichtig vor der Geburt meines Sohnes."

Ihr Sohn Trevor, ein 36-jähriger Buchhalter, ist ebenfalls Bluter.