NASHVILLE (Biermann) – Nur wenig ist darüber bekannt, wie häufig bei Frauen mit Faktor-VIII- oder Faktor-IX-Mangel Gelenkblutungen erfolgen. Daher stellte ein Forscherteam um Robert F. Sidonio vom Vanderbilt University Medical Center in Nashville die Hypothese auf den Prüfstand, dass Frauen mit FVIII- und FIX-Mangel, die am „Universal Data Collection (UDC)“-Projekt teilnehmen, einen geringeren Bewegungsradius der Gelenke aufweisen als Kontrollpersonen aus der Normal Joint Study („Studie zu normalen Gelenken“).

Sidonio und seine Kollegen verglichen demographische Daten, klinische Charakteristika und Messungen zum Bewegungsradius der Gelenke von 303 Frauen ohne Blutgerinnungsstörung mit denjenigen von 148 Frauen mit Faktor-VIII- oder Faktor-IX-Mangel. Alle Frauen waren zwischen 2 und 69 Jahre alt und hatten einen Body-Mass-Index (BMI) ≤ 35 (ab 25 sprechen Ärzte von Übergewicht, ab 30 von Fettleibigkeit). 

Bei der Auswertung wurden Faktoren wie Alter, ethnische Wurzeln, BMI und Zahl der Gelenkblutungen in den vorangegangenen sechs Monaten berücksichtigt. Es zeigte sich, dass mit sinkender Faktor-VIII- und Faktor-IX- Aktivität der Bewegungsradius der Gelenke insgesamt reduziert wurde und in den meisten Fällen geringer war als bei Frauen in der Kontrollgruppe – ungeachtet des Alters und der klinischen Schwere der Hämophilie.

Die Wissenschaftler vermuten, dass dieser reduzierte Bewegungsradius auf unbemerkte (subklinische) Blutungen zurückgeht und sprechen sich für weitere Studien zu diesem Punkt aus.

Quelle: Am J Hematol. 2014 May 17. dx.doi.org/10.1002/ajh.23754 [Epub ahead of print]