Verblüffende neue Hinweise lassen vermuten, dass die B-Domäne von Faktor VIII an Interaktionen innerhalb der Zelle beteiligt ist, die die Qualitätskontrolle und Sekretion regulieren.

Auch scheint sie bei potenziellen regulatorischen Rollen im Plasma während der Aktivierung, der Bindung von Blutplättchen, der Inaktivierung und Beseitigung aus dem Blut involviert zu sein.

Das zeigt eine Übersichtsarbeit, die die verfügbaren Daten zu den potenziellen funktionellen Rollen der B-Domäne von Faktor VIII unter die Lupe nimmt. Sie ist online am 7. April auf der Webseite der Fachzeitschrift Haemophilia erschienen.

Über Struktur, Funktion und molekulare Interaktionen von Faktor VIII während seines Lebenszyklus – von der Biosynthese bis zur Beseitigung aus dem Blut – ist schon viel bekannt.

Dieses Wissen hat geholfen, die molekularen Mechanismen der Hämophilie besser zu verstehen. Damit wurde die Entwicklung effektiver Behandlungsstrategien möglich – darunter die Ersatztherapie mit rekombinantem Faktor VIII.

"Diese Einsichten beeinflussen nun die Bioengineering-Strategien hin zu neuartigen Therapeutika", schreibt der Autor, Dr. Steven W. Pipe von der University of Michigan. Die verfügbaren Molekülmodelle und Kristallstrukturen hätten geholfen, Struktur und Funktion der A und C-Domänen von FVIII aufzuklären. Diese Modelle hätten aber keine detaillierte Information zur Struktur der B-Domäne enthalten.

Welche Rolle die B-Domäne spielt, sei daher vor allem aus Studien zur Produktion von Faktor VIII in artfremden Systemen, biochemischen Studien mit biotechnologisch erzeugten Faktor VIII-Varianten und klinischen Studien mit Faktor VIII ohne B-Domäne bekannt.

Quelle: Haemophilia, online erschienen am 7. April 2009