Früher waren hämophile Kinder mangels Prophylaxe gegenüber gesunden Gleichaltrigen stark benachteiligt. Doch wie eine neue Studie aus Australien zeigt, ist es ihnen heute möglich, in Fitness und Kraft mit ihren gesunden Klassenkameraden gleich zu ziehen und sie sogar – durch bewusstes regelmäßiges Training – zu übertreffen.

Für ihre Studie untersuchten Carolyn R. Broderick vom Children's Hospital at Westmead und ihre Kollegen 44 Jungen zwischen 6,1 und 17,0 Jahren mit Hämophilie A, B oder Von-Willebrand-Erkrankung. Dabei verglichen sie deren Fitness, Kraft und BMI mit den Daten gesunder Jungen. Außerdem maßen sie anhand des Haemo-QoL-Fragebogens die Lebensqualität der hämophilen Kinder.

"Es gab zwischen den Jungen mit Hämophilie und den Kontrollpersonen in keiner Alterskategorie statistisch bedeutsame oder klinisch wichtige Unterschiede bei der aeroben Fitness oder dem BMI", unterstreichen die Wissenschaftler. Die hämophilen Jungen waren in den Schuljahren 4, 6 und 10 sogar stärker als ihre Altersgenossen.

Aus ihrer Untersuchung ziehen die Forscher das Fazit, dass australische Jungen mit Blutungsstörungen ihren Altersgenossen bei aerober Kapazität und Kraft in nichts nachstehen. Ferner fanden sie, dass die Lebensqualität der australischen Jungen mit Hämophilie der jenen in Europa vergleichbar ist.

Diese Studie ist online am 26. August 2009 in der Fachzeitschrift Haemophilia erschienen.

Quelle: Haemophilia, Early View, published online: 26. Aug 2009