WIEN (MedCon) – Selbst mit schwerer Hämophilie schaffen es offenbar die meisten betroffenen Männer, eingebettet in ihre Familie gut zu leben, wie eine neue Studie aus Österreich zeigt.
Da es zwar viele Studien zum Einfluss von Hämophilie auf die Lebensqualität, aber kaum Daten zum sozialen Status hämophiler Männer gibt, nahmen Wissenschaftler um H. K. Hartl von der Medizinischen Universität Wien eben diesen unter die Lupe. Ferner sammelten sie Daten zur Lebensqualität.

Zu diesem Zweck verglichen sie 53 Patienten zweier österreichischer Hämophilie-Zentren mit 104 männlichen Kontrollen, die alle im Schnitt knapp 37 Jahre alt waren.

Die Daten, die mithilfe standardisierter Fragebögen erhoben wurden, zeigten, dass mehr Patienten (56,6 Prozent) als Kontrollen (37,5 Prozent) verheiratet waren. Im Gegenzug hatten mehr Kontrollen (17,3 Prozent) als Patienten (3,8 Prozent) einen Partner, mit dem sie nicht verheiratet waren.

Mit 47 respektive 41 Prozent war der Prozentsatz jener, die Kinder hatten, in beiden Gruppen in etwa gleich, wobei die Kontrollen mit im Schnitt 2,1 statt 1,5 bei den Patienten allerdings kinderreicher waren.

Bei Arbeitslosigkeit (34 Prozent der Patienten, 9 Prozent der Kontrollen) sowie Frühruhestand (23 Prozent der Patienten, 4 Prozent der Kontrollen) machte sich die Hämophilie deutlich bemerkbar.

Schlechtere Werte zeigten die Patienten bei körperlicher Leistungsfähigkeit, körperlicher Rollenerfüllung und körperlichem Schmerz, wohingegen Vitalität, soziale Leistungsfähigkeit, emotionale Rollenerfüllung und seelische Gesundheit in beiden Gruppen ähnlich waren.

Die Ergebnisse ließen vermuten, dass die Patienten in hohem Grade fähig sind, ihre Krankheit zu bewältigen, was durch gute Werte für emotionale Rollenerfüllung und seelische Gesundheit gezeigt werde, schlussfolgern die Autoren.

Quelle: Haemophilia. 2008 Apr 1 [Epub ahead of print]