Die moderne Therapie macht's möglich: Sport ist in Untersuchungen zu Hämophilie immer häufiger ein Thema. Das zeigt, wie sehr sich das Leben mit Hämophilie dem "normalen" Leben angenähert hat.

Forscher aus Irland wollten jetzt wissen, wie sportlich ihre hämophilen Landsleute im Vergleich zu anderen Europäern sind. Daher befragten Emma Sherlock von der Physiotherapie-Abteilung des Dubliner St. James's Hospital und ihre Kollegen Patienten des National Centre for Hereditary Coagulation Disorders.

In die Studie eingeschlossen wurden jene, die das Zentrum in einem Zeitraum von drei Monaten aufsuchten. Die Befragung erfolgte anhand des International Physical Activity Questionnaire (IPAQ) und der Haemophilia Activities List (HAL).

Insgesamt 61 Fragebögen wurden ausgefüllt, die 12 Prozent der hämophilen Iren repräsentieren. Das Alter reichte von 16 bis 63. Dabei waren alle Schweregrade der Hämophilie vertreten.

Die Auswertung zeigte, dass irische Hämophilie-Patienten ein hohes Niveau an körperlicher Aktivität erreichten. Allerdings betrug die körperliche Aktivität insgesamt nur 66 Prozent des EU-Durchschnitts. Wie zu erwarten, waren ältere Patienten und funktionell stärker eingeschränkte deutlich weniger aktiv.

Der Grad der Teilnahme an sportlichen Aktivitäten war mit 66 Prozent im Einklang mit anderen Menschen mit Hämophilie. "Obgleich 55 Prozent Blutungen als Resultat des Sports angaben und 31 Prozent berichteten, sie hätten sich schon mal beim Sport eine signifikante Verletzung zugezogen, wurde Sport insgesamt in einem positiven Licht gesehen", schreiben Sherlock und ihr Team.

Iren mit Hämophilie seien körperlich aktiv und widmeten sich einer großen Bandbreite von Sportarten, bilanzieren die Wissenschaftler. Es seien weitere Anstrengungen nötig, um eine optimale Sicherheit zu erzielen und sicherzustellen, dass ein maximaler Nutzen daraus gezogen wird.

Die Studie ist am 29. Oktober online in der Fachzeitschrift Haemophilia erschienen.

Quelle: Haemophilia, published online: 29 Oct 2009