Zur Behandlung einer Hepatitis-C-Infektion wird meist der Wirkstoff Ribavirin zusammen mit Peginterferon alfa-2b oder Peginterferon alfa-2a eingesetzt. Wissenschaftler um Dr. John G. McHutchison haben in einer Studie die Wirksamkeit dieser beiden Therapien miteinander verglichen und ihre Ergebnisse vor kurzem in der Onlineausgabe des New England Journal of Medicine vorgestellt.

Ihr Fazit: "Die beiden Standardtherapien sind ähnlich effektiv und haben ähnliche Nebenwirkungsprofile." Ein weiteres wichtiges Ergebnis der Studie war, dass ein Langzeiterfolg der antiviralen Therapie – das sogenannte anhaltende virologische Ansprechen (sustained virologic response, SVR) – bereits in der vierten Behandlungswoche abzusehen war.

"Das größte `Überraschungsresultat' war, dass Patienten, die aufgrund des Ribavirins eine Anämie entwickelten, bessere Ansprechraten zeigten", erklärte McHutchison gegenüber Reuters Health. "Die spiegelt wahrscheinlich [die Tatsache] wider, dass die Anämie anzeigt, dass mehr Ribavirin in die Zellen – einschließlich die roten Blutkörperchen – gelangt, wo es wirksam ist. Die Anämie ist damit ein pharmakodynamischer Marker für das Ribavirin,"

An der sogenannten IDEAL (Individualized Dosing Efficacy vs. Flat Dosing to Assess Optimal Pegylated Interferon Therapy)-Studie nahmen 3070 erwachsene Patienten mit chronischer Hepatitis C und ausreichender Leberfunktion teil. Nach dem Zufallsprinzip wurden diese Patienten in drei Gruppen unterteilt: Eine Gruppe erhielt eine Therapie mit Ribavirin plus Peginterferon alfa 2b in höherer Dosis, die zweite Ribavirin plus Peginterferon alfa 2b in niedriger Dosis und die dritte schließlich Ribavirin plus Peginterferon alfa 2a. Die Behandlung ging jeweils über 48 Wochen.

Bei 38 bis ca. 41 Prozent der Patienten war 24 Wochen nach Ende der Therapie kein HCV-Virus mehr im Blut nachweisbar, der Behandlungserfolg war in den drei Gruppen ähnlich. In allen drei Gruppen war die Wahrscheinlichkeit eines anhaltenden virologischen Ansprechens höher, wenn bereits nach vier und zwölf Wochen eine Hemmung der Virusvermehrung erreicht worden war. So erreichten beispielsweise drei Viertel der Patienten, bei denen die HVC-RNA zu diesen Zeitpunkten nicht mehr nachweisbar war, eine SVR.

Trotz vieler Gemeinsamkeiten zeigten sich jedoch auch Unterschiede zwischen den verschiedenen Behandlungen, ergänzen die Studienautoren. Patienten, die Peginterferon alfa 2a erhielten, sprachen mit höherer Wahrscheinlichkeit auf die Behandlung an, erlitten aber nach Absetzen der Medikamente häufiger einen Rückfall. Auf der anderen Seite brachen mehr Patienten mit Peginterferon alfa 2b die Therapie wegen eines ungenügenden Ansprechens ab. Die Nebenwirkungen und Verträglichkeit der verschiedenen Profile sei grundsätzlich dieselbe gewesen, so Hutchinson. "Von klinischer Bedeutung ist, dass beide Behandlungen im Hinblick auf die Heilungsraten gleichwertig sind", ergänzte er.

Quelle: N Engl J Med 2009;361:580-593