(NEW YORK) – Ob Kleinkind oder alter Vater – wer sich um Angehörige mit Blutungsstörungen kümmert, erreicht nicht selten den Punkt, an dem er nicht mehr kann. Erkennbar wird dies an Depressionen, Erschöpfung, sozialem Rückzug und Hilflosigkeit. Die Folgen können falsche Ernährung, zuviel Alkohol und Schlafstörungen sein.

Doch soweit muss es nicht kommen. Da ein Burnout schrittweise kommt, sollten Sie die Reißleine ziehen, wenn Sie merken, dass Sie Ihren eigenen Bedürfnissen nicht mehr nachkommen. Ob Sie Sport, Hobbys oder ausgewogene Mahlzeiten vernachlässigen – mit der Zeit greift dies Ihr Nervenkostüm an, die kleinen und großen Krisen des Alltags werden dann schlechter weggesteckt.

Doch wie lässt sich der hohe Druck, unter dem viele Angehörige stehen, abbauen? Laut Robert Johnson, einem auf Hämophilie spezialisierten Sozialarbeiter, müssen sie umdenken: Die Angehörigen müssen erkennen, dass das, was sie für einen geliebten Menschen in einer Krise tun können, sich von dem unterscheidet, was sie machen können, wenn er oder sie sich in einer chronischen Situation befindet. Empfehlenswert ist, einen Gang herunterzuschalten und einen Ansatz zu wählen, der es erlaubt, auch auf lange Sicht für den geliebten Menschen da zu sein.

Daher müssen Angehörige sich auch von dem Gedanken frei machen, dass es selbstsüchtig ist, wenn sie sich um sich selbst kümmern – sondern zutiefst pragmatisch. Denn pflegende Angehörige sind zehnmal häufiger depressiv als die Allgemeinbevölkerung – und wer kümmert sich um den geliebten Menschen, wenn man selbst krank wird?

Das Anti-Burnout-Rezept lautet daher: Tun Sie etwas für sich – gerade dann, wenn Sie denken, dass Sie keine Zeit dafür haben. Ob Spaziergang, Vollbad, Atemübungen oder Meditation – machen Sie sich eine Liste, was Ihnen im akuten Stressfall hilft.

Außerdem sollten Sie sich ein Unterstützungssystem aufbauen: Ihr Leben ist überdurchschnittlich anstrengend, deshalb lassen Sie sich von Familie, Freunden oder Nachbarn helfen.

Hilfreich können auch Online-Kontakte mit anderen Betroffenen sein, denen Sie Ihre Nöte und die Hämophilie nicht erst groß erklären müssen. Viele andere haben schon mit genau den gleichen Schwierigkeiten gekämpft, die Ihnen heute Kopfzerbrechen bereiten. Profitieren Sie von ihren Erfahrungen und lassen Sie sich berichten, dass auch schwere Zeiten wieder vorbei gehen.

Quelle: Hemaware 2010