JACKSON (BIERMANN) – Eine neue US-Studie wirft Licht auf ein Problem, dass für hämophile Menschen besonders gravierend ist: Sie zeigt, dass im US-Bundesstaat Mississippi 36 Prozent der erwachsenen Hämophilen fettleibig und weitere 32 Prozent übergewichtig sind. Bei den jüngeren Patienten unter 20 Jahren sah es etwas besser aus.

Auch wenn in Mississippi generell mehr als 30 Prozent der Bevölkerung adipös sind: Bei Hämophilie wiegt dieser Umstand noch viel schwerer, da jedes überflüssige Kilo die Gelenke enorm belastet – und die sind ja bekanntlich bei Hämophilie eh stark gefährdet.

Die Forscher um S. Majumdar vom University of Mississippi Medical Center in Jackson teilten alle Patienten, die am Mississippi Hemophilia Treatment Center behandelt wurden, in die Altersgruppen 2 bis 19,9 Jahre bzw. ab 20 Jahren aufwärts ein. Anhand der Messdaten vom letzten Besuch der Patienten berechneten sie deren Body Mass Index (BMI)

Von den 132 Patienten waren 61 Prozent Weiße und 37 Prozent Afroamerikaner. Insgesamt erwiesen sich 51 Prozent als entweder fettleibig oder übergewichtig. Die Auswertung ergab, dass weder die Schwere der Hämophilie noch die Hautfarbe ein bedeutsamer Risikofaktor für Übergewicht und Adipositas waren.

Ärzte sollten darauf achten, ob ihre hämophilen Patienten übergewichtig oder fettleibig sind und möglichst früh geeignete Gegenmaßnahmen ergreifen, raten die Wissenschaftler.

Quelle: Haemophilia; 9. Februar 2010 [Epub ahead of print]

Biermann Medizin