BERLIN (MedCon) – Mehr als 20 Selbsthilfevereinigungen und Hilfsmittelhersteller haben sich zu einem Aktionsbündnis zusammengeschlossen, das sich für den Erhalt der Wahlfreiheit bei medizinischen Hilfsmitteln einsetzt. Das berichtete das Deutsche Ärzteblatt am 19. Juni.

Im Zentrum der Kritik der bundesweiten Informations- und Mobilisierungskampagne steht eine Regelung, der zufolge die Versorgung mit medizinischen Hilfsmitteln ab dem 1. Januar 2009 ausschließlich durch Vereinbarungen zwischen Krankenkassen und wenigen festen Vertragspartnern organisiert werden soll. Tritt die Regelung in Kraft, sei die wohnortnahe Versorgung der Bevölkerung in Gefahr, befürchtet das Aktionsbündnis "Meine Wahl".

Betroffene würden dadurch mit ungewohnten und eventuell weniger geeigneten Produkten und Versorgungspartnern konfrontiert. Fehl- oder Unterversorgungen und höhere Kosten seien weitere Folgen der Regelung, fürchten die Bündnispartner.

Nach Informationen des Deutschen Ärzteblatts gilt bis Ende 2009 eine Übergangsfrist, in der die Hilfsmittelversorgung noch weitgehend wie bisher erfolgen kann. Mehr als 20 gesetzliche Krankenkassen hätten aber bereits Ausschreibungen durchgeführt oder initiiert, zahlreiche neue Verträge seien bereits abgeschlossen worden. Infolgedessen müssten bereits jetzt zahlreiche gesetzlich Krankenversicherte im Bedarfsfall erhebliche Einschränkungen bei der Hilfsmittelversorgung in Kauf nehmen.

Quelle: Deutsches Ärzteblatt, 19.06.2008