Reiseunfälle

Vorgehen im Notfall

Reisen mit Hämophilie - Vorgehen im Notfall

Führen Sie Ihren Hämophilie-Ausweis grundsätzlich mit sich und bewahren Sie ihn – vor allem, wenn Sie alleine unterwegs sind – deutlich sichtbar und griffbereit für eine eventuelle Notfallsituation auf. Sie müssen davon ausgehen, dass dem zu Hilfe gerufenen Arzt die Diagnose nicht bekannt und er nur wenig erfahren in der Behandlung der Hämophilie ist.

Wenn Sie mit einer Begleitperson auf Reisen sind, sollte diese unbedingt über das Vorgehen in Unfallsituationen Bescheid wissen. Von großem Vorteil ist es, wenn Ihre Begleitperson die Faktorsubstitution, falls erforderlich, selbst vornehmen kann.

Nach einer Verletzung muss das Faktorkonzentrat möglichst sofort gespritzt werden. Wenn Sie selbst nicht mehr dazu in der Lage sind, sollte Ihre Begleitperson diese Aufgabe ohne Verzögerung übernehmen können. Sind Sie alleine, versuchen Sie, Ruhe zu bewahren und rufen Sie umgehend einen Arzt (siehe Notfallnummern). Übergeben Sie diesem Ihren Hämophilie-Ausweis und erklären Sie ihm, wie er das Faktorkonzentrat am besten verabreicht.

Überlassen Sie dem Arzt den Butterfly nach der Verabreichung des Faktors, falls weitere ärztliche Maßnahmen vorgenommen werden müssen. Wenn möglich, sollte das heimatliche Behandlungszentrum angerufen werden, so dass eine eventuell notwenige Therapieabsprache mit dem behandelnden Arzt am Urlaubsort möglich ist. Falls eine Impfung erforderlich werden sollte, teilen Sie dem behandelnden Arzt unbedingt mit, dass die Injektion subkutan erfolgen muss.

Handeln im Notfall – VERLETZUNG/BLUTUNG

  1. Beruhigung/Lagerung
  2. Sofort Faktorkonzentrat verabreichen (Eigeninjektion oder durch Begleitperson/Arzt)
  3. Weitere (not-)ärztliche Maßnahmen
  4. Kontakt zu heimatlichem Behandlungszentrum

Notfallnummern vor Ort

Besorgen Sie sich am Besten im Voraus die Notfallnummern vor Ort und notieren sich diese separat. Eine Liste der Behandlungszentren in Deutschland bzw. im Ausland finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Hämophilie Gesellschaft (DHG) bzw. der Webseite der World Federation of Hemophilia (WFH).

Adressen Medikamentenversorgung

Besorgen Sie sich am besten im Voraus die Adressen für die Medikamentenversorgung und notieren Sie sich diese separat. Eine Liste der Behandlungszentren in Deutschland bzw. im Ausland finden Sie auf der Internetseite der Deutschen Hämophilie Gesellschaft (DHG) bzw. der Webseite der World Federation of Hemophilia (WFH). Zudem ist sogar im europäischen Ausland die Versorgung mit Gerinnungspräparaten aufgrund der hohen Kosten meist gesondert geregelt. Der Zugriff auf diese Präparate könnte für Sie daher schwierig sein. Sprechen Sie unbedingt mit Ihrer Krankenkasse über eine Kostenübernahme im Notfall und erkundigen Sie sich nach der Verfügbarkeit von Gerinnungspräparaten. So können Sie bzw. Ihr Hämophiliezentrum bereits im Vorfeld Kontakt zu einem Behandlungszentrum in der Nähe Ihres Urlaubsortes aufnehmen und diese Fragen verbindlich klären.