Updates zu HIV und HCV

Hepatitis C (HCV)

Um das Jahr 1983 wurden unter Hämophilen erstmals ungeklärte Fälle von Throm¬bopenie (zu Deutsch etwa: Blutplättchenmangelerscheinung) dokumentiert. Eine wirkliche Erklärung gab es damals nicht. Zudem trat eine aggressive Form der Leber¬entzündung auf, welche unter Ausgrenzung der nicht involvierten Hepatitis Formen A und B zuerst als „Non-A-non-B-Hepatitis“ bezeichnet wurde.

Erst später konnte eindeutig geklärt werden, dass es sich bei der „Non-A-non-B-Hepatitis“ um das Hepatitis C Virus handelt, das allerdings erst 1988 entdeckt wurde.

Das Hauptproblem einer chronischen Hepatitis-C-Infektion ist der Umbau des Bindegewebes der Leber (Fibrose). Daher sollten im Infektionsfall regelmäßige Ultraschall-Kontrollen und, wenn möglich, Messungen des Leberhärtegrades mittels Transelastographie selbstverständlich sein.

Sollte die infizierte Leber jedoch bereits zirrhotisch und damit funktionslos geworden oder schon ein Krebs entstanden sein, bleibt als Therapie nur die Lebertransplantation. Auch hier hat sich in den letzten Jahren viel getan, viele Bedenken bezüglich Transplantationen bei Hepatitis- und HIV-Infizierten konnten durch das Engagement von Betroffenen und behandelnden Ärzten, auch aufgrund der guten Ergebnisse der ersten Transplantationen, aus dem Weg geräumt werden.

HIV

Aufgrund nicht vorhandener Untersuchungen von Blutprodukten und fehlender rekombinanter Produkte bestand für Hämophilie-Patienten bis Mitte der 1980er-Jahre leider auch die Gefahr sich mit HIV anzustecken. Durchschnittlich jeder zweite Hämophile hat sich in dieser Zeit eine HIV-Infektion zugezogen.

Viele HIV-Infizierte starben an AIDS, bevor 1996 die hochaktive antiretrovirale Therapie (HAART) eingeführt wurde. Heute sind, gut 20 bis 25 Jahre später, noch rund 30 Prozent der damals Infizierten am Leben. Die HIV-Therapie besteht klassischerweise aus drei Substanzen und mindestens zwei Substanzklassen. Als Langzeit-Nebenwirkungen sind metabolische Komplikationen wie z. B. Diabetes mellitus, erhöhte Blutfette, Herzinfarkte, Fettverteilungsstörungen sowie Verminderung der Knochendichte und Leberschädigungen dokumentiert.

Neben den allgemein empfohlenen Maßnahmen zur Gesundheitsförderung wie gesunde Ernährung, Rauchverzicht, mäßiger Alkoholkonsum und regelmäßiger Sport sollten Kontrolluntersuchungen, insbesondere auf Herzerkrankungen (per EKG, Ultraschall), Leber- und Nierenschäden (per Ultraschall, Fibroscan, Labor) und Krebserkrankungen (per Röntgen, Koloskopie) regelmäßig wahrgenommen werden.