Arthrose und Osteoporose

Eine Arthrose (zu Deutsch: Gelenkverschleiß) kann unterschiedliche Ursachen haben. In der Regel entsteht die Arthrose durch eine dauerhaft zu hohe Belastung des Gelenkknorpels, wodurch sich dieser schließlich zurückbildet. Diese Überlastung und deren Folgen können durch eine erblich bedingte Störung des Knorpels oder aber auch durch eine dauerhafte Fehlbelastung entstehen.

Eine Arthrose wird durch eine Abnutzung des schützenden Knorpels ausgelöst, bis der Knochen teilweise oder ganz freiliegt. Da der defekte Knorpel den Knochen nicht mehr vor Stößen und großer Belastung schützt, versucht der Knochen die Überlastung auszugleichen, indem er verstärkt Knochensubstanz bildet. Dadurch kommt es zu Deformierungen und knotigen Verdickungen der betroffenen Gelenke. Knie, Hüfte und Wirbelsäule müssen das Körpergewicht tragen – Übergewicht kann deshalb zur Entstehung einer Arthrose beitragen. Weitere Ursache kann Diabetes mellitus sein.

Hämophilie kann eine weitere Form der Arthrose fördern – die hämophile Arthrose. Durch die erhöhte Blutungsneigung kommt es im verletzten Gelenk zu inneren Blutungen und es entsteht das sogenannte Bluterknie. Durch wiederholte Einblutungen in das Gelenk kommt es zu Knorpelveränderungen, Gelenkversteifungen sowie zu Arthrosen. Durch die sofortige Gabe von Faktorpräparat kann die Entstehung einer hämophilen Arthrose im Idealfall verhindert bzw. ihr Verlauf deutlich abgeschwächt werden. Das erklärt auch, warum Arthrose in der Gruppe Hämophiler häufiger auftritt, die in der Jugend keine vorbeugende Faktorgaben erhalten hat.

Bei Osteoporose (zu Deutsch: altersbedingter Knochenschwund) ist die richtige Ernährung und ausreichende körperliche Bewegung die beste Vorbeugungsmaßnahme. Insbesondere bei jüngeren Hämophiliepatienten ist die Wirksamkeit der Bewegungstherapie zur Osteoporoseprävention beeindruckend. Die Grundlage jeder Osteoporoseprävention bildet immer eine knochenstärkende Ernährung, die mit ausreichender Zufuhr an Kalzium und Vitamin D zur Verminderung des altersbedingten Knochenverlusts beiträgt.