On-the-road: Profi-Tipps

Vorgedacht: Tipps für unterwegs und die vorbereitenden Schritte dahin. Das Rad ist erfunden, das Wasserkochen auch – und beides nutzen wir täglich ohne Scham und Zögern. Warum sollte man daher als Hämophiler nicht auf Strukturen und Tipps zurückgreifen, die andere Hämophile bereits dokumentiert haben?

Auch in Bezug auf das special-interest-topic „Hämophilie & Urlaub“ ist schon Vieles erdacht, probiert und verbessert worden. State of the art ist diese kleine, hilfreiche Liste:

  • Ausführliches Besprechen der vorgesehenen Reise mit dem behandelnden Arzt (Hämophiliebehandler, evtl. auch Hausarzt). Eventuell sollte Zeit für eine Umbuchung/Storno sein. Die wichtigsten Adressen von Hämophiliezentren weltweit findest Du, praktisch zum Mitnehmen, in unserem Travelguide, den Du über unseren Bestellservice kostenlos bestellen kannst!
  • Festlegung der (eventuell zusammen mit dem Arzt) mitzunehmenden Menge an Faktorenkonzentraten (durchschnittlicher Verbrauch + ausreichende Reserve).
  • Ausstellung eines Schreibens durch den behandelnden Arzt mit Hinweisen zur Notfallbehandlung sowie einer Zollbescheinigung (beide Schriftstücke in englischer Sprache und/oder in der Sprache des Reiselandes). Versenden dieses Dokumentes per E-mail an eine eigene E-Mail-Adresse, die im Zielland von jedem Internetcafe aus abgerufen und ggf. auch ausgedruckt werden kann (z. B. nach Verlust der Originaldokumente).
  • Mitführen während der gesamten Reise von Adressen der Hämophiliezentren im Urlaubsland. Überprüfen der Daten vor Reiseantritt auf Gültigkeit der Adressen und Telefonnummern. Versenden dieses Dokumentes per E-mail an eine eigene E-Mail-Adresse, die im Zielland von jedem Internetcafe aus abgerufen und ggf. auch ausgedruckt werden kann (z. B. nach Verlust der Originaldokumente).
  • Rechtzeitige Information bei der eigenen (evtl. elterlichen) Krankenkasse, welche Leistungen diese im Zielland übernimmt bzw. nicht übernimmt. Zusätzlich ist der Abschluss einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung zu erwägen.
  • Transport der Faktorenpräparate bei Flugreisen grundsätzlich im Handgepäck (zumindest die Menge für eine Woche). Sicherstellung der eventuell notwendigen Kühlung der Faktorenpräparate bei Transport und Lagerung während der Reise.
  • Beachtung der notwendigen Impfungen bei Reisen in tropische und subtropische Länder und den rechtzeitigen Impfbeginn.
  • Im Zielland: Möglichst Mitführen der eigenen Präparate und damit Verzicht auf die Durchführung einer Therapie mit Faktorenkonzentraten landeseigener Produktion oder Kryopräzipitat, da eine verlässliche Virusinaktivierung nicht in jedem Fall gewährleistet sein könnte.
  • * Slowhand: Ein Vorbereitungsbeginn für all die in dieser Liste vorgeschlagenen Maßnahmen rund acht Wochen vor Urlaubsantritt ist sehr ok, denn es ist sicher besser eine Woche vor Abreise alles erledigt zu wissen, als einige Punkte am Abreisetag leider noch nicht erledigt zu haben.

Hilfreiche Traveltools

Einladung zum „Ist mir auch schon passiert“-Kopfnicken: Koffer weg? Hotel überbucht? Flieger verpasst? Faktorenkühltasche im Taxi vergessen? In einen Seeigel getreten? Und für die etwas lässigeren Rätselstunden im Urlaub: Was heißt eigentlich „Fragezeichen“ auf Spanisch*? Hier gibt es den ultimativen Sprachführer mit den wichtigsten Notfallformulierungen und die Zollbescheinigung für die angemeldete Einfuhr des Faktordepots.

*Signo de Interrogación 🙂

Hilfe bei Unsicherheiten

Wenn doch mal ein Fragezeichen stehen bleibt: Die Hämophilie-Zentren weltweit sind genau dafür da und helfen gerne. Diese Liste navigiert schnell und einfach zu den Hämophilie-Zentren im Urlaubsland.