Facts zu Ansteckung/Vererbbarkeit

Selbst berichten können bevor es Fragen werden: Facts über Ansteckung/Vererbbarkeit.

Good news first: Hämophilie ist nicht ansteckend! Eine Weitergabe der Blutgerinnungsstörung über Körperkontakt ist nicht möglich, denn Hämophilie wird über das Erbgut des Menschen weitergegeben bzw. ausgelöst.

In den Genen sind alle körperlichen Eigenschaften eines Menschen abgespeichert, die Gene sind also so etwas wie der fertige Bauplan für einen Menschen. In jedem Menschen schlummert so ein genetischer Bausatz – und in jedem Menschen sieht er ein wenig anders aus. So gibt es ein Gen, das die Augenfarbe eines gerade entstehenden Menschen festlegt. Wenn auf dem Augenfarben-Gen zweimal „blau“ als Erbmerkmal hinterlegt ist, dann wird der nach neun Monaten zur Welt kommende Mensch unweigerlich blaue Augen haben.

Manche Eigenschaften werden mit mehr „Nachdruck“ vererbt, denn diese „dominanten“ (beherrschenden) Erbmerkmale sind in der Lage „rezessive“ (zurückweichende) Erbmerkmale zu verdrängen und damit das dominante Erbmerkmal durchzusetzen. Ein kleines Beispiel: „rotes Haar“ ist ein rezessives Erbmerkmal. „Dunkles Haar“ dagegen wird dominant vererbt. Wo immer also die Erbmerkmale „rotes Haar“ und „dunkles Haar“ in einer Erbstruktur zusammentreffen, wird sich „dunkles Haar“ durchsetzen. So geht die Wissenschaft davon aus, dass es in wenigen hundert Jahren bereits keine rothaarigen Menschen mehr geben wird.

Auf dem Weg zur Vaterschaft besteht für einen Mann mit Hämophilie kein Risiko Kinder mit der gleichen Erbanlage zu zeugen. Seine Söhne werden, solange die Mutter nicht die fehlerhafte Gerinnungsinformation in ihren Genen trägt, keine Hämophilie haben. Die Töchter werden jedoch alle Trägerinnen dieser genetischen Veränderung sein. Wenn diese Mädchen zur Frau herangewachsen sind und ihrerseits Kinder zur Welt bringen, werden 50% der männlichen Nachkommen Hämophilie haben.

So sieht es in der Erbtheorie aus. Im richtigen Leben würfeln in diesem „Wer kriegt’s?“-Spiel noch der Zufall sowie die tatsächliche genetische Konstitution von Vater und Mutter zum Zeitpunkt der Zeugung mit. Gesunde Eltern können daher unter Umständen auch ein hämophiles Kind bekommen. Gezielte Antworten kann daher nur ein individueller Blut- oder DNA-Test liefern.