Sport und Reisen

Der rezeptfreie Endorphin-Kick: Sport


Eigentlich keine Neuigkeit: regelmäßiger Sport, nach Interesse und Kondition individuell gewählt, garantiert ein besseres Körpergefühl und macht Laune – auch durch die körpereigene Ausschüttung des Glückshormons Endorphin während sportlicher Betätigung. An passenden „Glücks-Sportarten“ besteht übrigens kein Mangel. Wie wäre es z. B. mit: Rudern, Kajak, Kanu, Schwimmen, Tauchen, Segeln, Wandern, Radfahren, Ausdauertraining, Tischtennis, Golf, Skilanglauf, moderatem Abfahrtslauf, Kegeln, Bowling oder Boccia…?

Generell eher ungeeignet für Hämophile sind Sportarten, die mit häufigem Körperkontakt unter den Mannschaftsspielern einhergehen, mit Sprüngen oder Stößen verbunden sind oder ganz generell Muskeln, Gelenke und Sehnen stark beanspruchen. Dies ist, wie gesagt, nur eine grobe Einschätzung, die ein individuelles Beratungsgespräch zu Ihrer Wunschsportart mit Ihrem Arzt oder in Ihrem Hämophiliezentrum nicht ersetzen kann.

Die beste Kur für Ihr Fernweh: Reisen

Sie feiern „Bella Italia“, bringen „Spaniens Gitarren“ zum erklingen oder besingen das Trostpotential in einem Glas „griechischem Wein“: Viele deutsche Schlagerhits drehen sich um des Deutschen liebstes Hobby: Urlaub in der Ferne. Hand aufs Herz, kennen Sie das nicht auch: die gefühlte Fernweh-Fieberkurve steigt schon beim Mitsummen eines solchen Schlagers merklich an?

Auch für die Hämophilie hat das Kennenlernen fremder Länder, deren Kulturen, Gepflogenheiten und Menschen seine Reize und Verlockungen. Schon die Vorbereitung versetzt langsam aber stetig in Urlaubsstimmung. Prospekte und Internetseiten wollen ausgiebigst durchforstet werden. Ziele ausgewählt und Angebote verglichen sein. Und irgendwann ist die erste Hürde auf dem Weg zur Linderung des Fernwehfiebers genommen, denn das Wunschziel steht tatsächlich fest, Anreise und Unterkunft sind gebucht. Jetzt beginnt die wohlige Zeit der Vorfreude und des Reiseführerschmökerns…

Zu den Unausweichlichkeiten einer bevorstehenden Urlaubsreise gehört neben Badehosenneukauf und Kofferprobepacken auch die hämophilieseitige Vorbereitung der möglichst unbeschwerten Auszeit. Diese kleine Checkliste möchte Ihnen dabei helfen nichts Gesundheitsrelevantes zu vergessen oder zu übersehen:

  • Ausführliche Besprechung Ihrer geplanten Reise mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ihrem Hämophiliezentrum. Planen Sie sicherheitshalber soviel Zeitpuffer ein, dass eine Umbuchung/Stornierung noch problemlos möglich ist.
  • Festlegung der (evtl. zusammen mit Ihrem Arzt) mitzuführenden Menge an Faktorenkonzentrat (durchschnittlicher Verbrauch + ausreichende Reserve).
  • Ausstellung eines Schreibens durch den behandelnden Arzt mit Hinweisen zur Notfallbehandlung sowie einer Zollbescheinigung (beide Schriftstücke in englischer Sprache und / oder in der Sprache des Reiselandes). Versenden Sie dieses Dokument per E-mail an eine E-Mail-Adresse, die im Zielland von jedem Internetcafe aus abgerufen und ggf. auch ausgedruckt werden kann (z. B. nach Verlust der Originaldokumente).
  • Führen Sie bitte während Ihrer gesamten Reise die Adressen der Hämophiliezentren Ihres Urlaubslandes mit sich. Ratsam ist auch eine Überprüfung dieser Daten vor Reiseantritt auf die Gültigkeit der Adressen und Telefonnummern. Versenden Sie bitte auch dieses Dokument per E-mail an eine E-mail-Adresse, die im Zielland von jedem Internetcafe aus abgerufen und ggf. auch ausgedruckt werden kann (z. B. nach Verlust der Originaldokumente). Die Adressen von Hämophliezentren weltweit finden Sie auch in unserem „Travel Guide“, den Sie über unseren Bestellservice kostenlos bestellen können.
  • Holen Sie rechtzeitig Informationen bei Ihrer Krankenkasse ein, welche Leistungen diese im Zielland übernimmt bzw. nicht übernimmt. Zusätzlich ist dann eventuell der Abschluss einer privaten Auslandsreisekrankenversicherung zu erwägen.
  • Transportieren Sie Ihre Faktorenpräparate bei Flugreisen grundsätzlich im Handgepäck (zumindest jedoch die Menge für eine Woche). Bedenken Sie bitte die Sicherstellung der eventuell notwendigen Kühlung der Faktorenpräparate bei Transport und Lagerung während Ihrer Reise.
  • Beachten Sie bitte die eventuell notwendigen Impfungen bei Reisen in tropische und subtropische Länder und den rechtzeitigen Impfbeginn dafür. Erste Informationen finden Sie direkt auf der Internetseite des Tropeninstituts.
  • Sie sind endlich im Zielland angekommen: Bitte beachten Sie das stetige Mitführen Ihrer eigenen Präparate. Somit können Sie die Durchführung einer Therapie mit Faktorenkonzentraten ziellandeseigener Produktion oder Kryopräzipitat vermeiden.
  • Wenn doch unterwegs eine Frage entsteht: die Hämophilie-Zentren weltweit sind genau dafür da und helfen Ihnen gerne. Unter Service, Hämophliezentren finden Sie schnell und einfach zum nächstgelegenen Hämophilie-Zentrum in Ihrem Urlaubsland.
  • Es schadet sicher nie im Urlaubsland zumindest etwas „Hämophilie“ zu sprechen. Die wichtigsten Sätze und Wörter für eine klare Verständigung finden Sie in unserem kleinen Sprachführer
  • Niemand, der eine Reise plant, kommt darum herum sich mit einer möglichst optimal zusammengestellten kleinen Reiseapotheke auseinander zu setzen. Wir haben für Sie vorrecherchiert; hier finden Sie unverzichtbare Basisinformationen zur möglichst optimalen Ausstattung Ihrer Notfall- und Reiseapotheke.