Für Lehrer

Besonderheiten der Erziehung – Informationen für Lehrer und Erzieher

Ziel ist es, wie bei allen anderen Schülern auch, dem Betroffenen den Weg zu einem selbstbestimmten und erfüllten Leben zu ebnen. Hierzu gehört unter anderem, dass er lernt, mit der Hämophilie zu leben und ein gesundes Selbstbewusstsein und Selbstwertgefühl zu entwickeln.

Da die Hämophilie als Beeinträchtigung empfunden wird, neigen viele an der Erziehung des Kindes beteiligte Personen dazu, über Gebühr nachsichtig, zu besorgt, zu ängstlich oder zu stark beschützend auf das Kind einzuwirken. Diese Form der Überbehütung macht es dem Heranwachsenden schwer, „seinen Mann zu stehen“ und sein Leben eigenverantwortlich in die Hand zu nehmen. Der Umgang mit „Samthandschuhen“ hat bisweilen sogar den gegenteiligen Effekt, wenn die Hämophilie als Vorteilsquelle im Vergleich zu den Mitschülern empfunden wird.

Versuchen Sie daher, soweit es möglich ist, den hämophilen Schüler wie seinesgleichen zu behandeln, indem Sie ihn fördern durch Fordern. Wichtig ist, dass er – der Hämophilie angepasst – Spiele oder andere Aktivitäten findet, die seinem Alter entsprechen und ihm Freude bereiten. Klären Sie ihn über risikoreiches Verhalten und die möglichen Folgen auf, aber geben Sie ihm Raum, seine eigenen Erfahrungen zu machen. Ermahnen Sie ihn nicht zu häufig, vorsichtig zu sein.

Im Falle einer Verletzung oder eines Stoßes muss der Schüler schnellstmöglich den fehlenden Faktor gespritzt bekommen unabhängig ob er sich prophylaktisch oder bedarfsgerecht behandelt und gegebenenfalls ein Arzt aufgesucht werden.

Die Gleichbehandlung mit anderen Schülern ist auch schon deshalb wichtig, weil Mitschüler auf eine Sonderbehandlung oftmals sensibel reagieren. Nicht selten werden Kinder, die zuviel Aufmerksamkeit erfahren, im Gruppenverband isoliert und ausgegrenzt. Ein gemeinsames aufklärendes Gespräch mit den Mitschülern wirkt dabei sicher integrierend und gleichbedeutend wichtig enttabuisierend.

Leitfaden


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Klassenfahrt

Vorbereitung
Besonders bei Klassenfahrten ins Ausland sollten im Vorfeld verschiedene Informationen eingeholt werden. Hier können Ihnen die Eltern entscheidende Hilfestellung geben.

Dokumente für die Reise

Neben den üblichen Reisedokumenten, wie Personalausweis/Reisepass oder Visum sollten folgende Unterlagen vorliegen:

  • Hämophilie-/Notfallausweis
  • Gegebenenfalls Schwerbehindertenausweis
  • Adressverzeichnis weltweiter Hämophilie-Behandlungszentren
  • Impfausweis
  • Ärztliche Bestätigung, dass Faktorkonzentrat mitgeführt werden muss
  • Zollbestätigung, die erklärt, warum Du größere Konzentratmengen und Spritzbesteck mit Dir führst
  • Krankenversicherungskarte für Reisen innerhalb Deutschlands
  • Europäische Krankenversicherungskarte, die eine Kostenübernahme von Behandlungen im Ausland regelt

Hier können Sie die Dokumenten-Checkliste herunterladen.